Dienstag, 08. Oktober 2019

Gericht stoppt Ausleihe von Leonardo-Werk an Louvre

Ein italienisches Gericht hat die geplante Ausleihe der berühmten Zeichnung „Der Vitruvianische Mensch“ von Leonardo da Vinci für eine Ausstellung im Louvre in Paris gestoppt.

„Der Vitruvianische Mensch“, eine der berühmtesten Zeichnungen von Leonardo da Vinci, darf per Gerichtsbeschluss nicht an den Louvre in Paris verliehen werden.
„Der Vitruvianische Mensch“, eine der berühmtesten Zeichnungen von Leonardo da Vinci, darf per Gerichtsbeschluss nicht an den Louvre in Paris verliehen werden. - Foto: © APA/afp / GIUSEPPE CACACE

Wie die Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag meldete, reagierte das Verwaltungsgericht der Region Venetien damit per einstweiliger Verfügung auf eine Klage des italienischen Traditionsvereins Italia Nostra (deutsch: Unser Italien). Die Ausstellung in Paris soll am 24. Oktober eröffnet werden. Das italienische Kulturministerium bezeichnete die Entscheidung in einer ersten Reaktion als „völlig unverständlich.“

Der Verein hatte argumentiert, dass so wichtige Kulturgüter auf Grundlage einer alten Verordnung nicht außer Landes gehen dürften. „Der Vitruvianische Mensch“ ist eines der berühmtesten Werke Leonardos, dessen Todestag sich 2019 zum 500. Mal jährte. Die Zeichnung zeigt einen Mann mit ausgestreckten Armen und Beinen in zwei überlagerten Positionen. Der Name leitet sich vom antiken Architekten Vitruv (1. Jh. v.Chr.) und seiner Proportionen-Lehre ab. Das Werk befindet sich in der Galleria dell'Accademia in Venedig, wird dort aber nur selten gezeigt.

Der italienische Kulturminister Dario Franceschini hatte im September in Paris mit seinem französischen Amtskollegen Franck Riester ein Memorandum unterzeichnet, das zugleich die Ausleihe von Werken des Renaissancemalers Raffael (1483-1520) für eine Ausstellung in Rom zu dessen 500. Todestag im nächsten Jahr einschließt. Auch dieses Memorandum suspendierte das Gericht laut Ansa in Teilen. Das Ministerium erklärte, bei der am 16. Oktober anstehenden Hauptverhandlung werde sich herausstellen, dass der ganze Vorgang klar und transparent verlaufen sei.

dpa