Mittwoch, 25. Januar 2017

Kreuzer-Testament: „Bis 2023 ein Museum errichten“

Seit Freitag, 20. Jänner 2017, ist das Testament des Richters und Kunstmäzens Josef Kreuzer eröffnet. Darin vermacht Kreuzer - wie angekündigt - seine beiden Stadthäuser und seine umfangreiche Kunstsammlung dem Land. Innerhalb von 6 Jahren und für mindestens 30 Jahre muss das Land in den Stadthäusern ein Museum errichten und die Kunstwerke dort ausstellen, macht der am 15. Jänner verstorbene Kreuzer zur Auflage.

Landesrat Achammer mit dem Testament Josef Kreuzers. - Foto: DLife
Landesrat Achammer mit dem Testament Josef Kreuzers. - Foto: DLife

Weil es sich bei der äußerst großzügigen Schenkung nicht um eine Erbschaft für das Land, „sondern für die Bürger und Bürgerinnen Südtirols handelt“, hat Kulturlandesrat Philipp Achammer das Tagblatt „Dolomiten“ in das Testament blicken lassen.

Voraussetzung: Museum für moderne Kunst

In Punkt 3 und 4 seines dreiseitigen handschriftlichen letzten Willens hat Richter Josef Kreuzer verfügt, was mit dem Familienunternehmen Fr. Eccel GmbH und seiner umfangreichen Kunstsammlung nach seinem Ableben geschehen soll.

Seine Anteile am Familienunternehmen, das der Richter 1982 übernommen  und bis vor rund 10 Jahren geführt hatte, überlässt er zur Gänze („100 per 100 del capitale sociale“) der autonomen Provinz Südtirol - „unter der Voraussetzung, dass die Provinz für nicht weniger als 30 Jahre in den Gebäuden im Eigentum der GmbH ein Museum der modernen Kunst errichtet und führt“, wie Kreuzer  auch in einer zweiseitigen Anlage zum Testament  ausführt.

Mit den Gebäuden sind die beiden antiken Stadthäuser in der Silbergasse 8-10 und Lauben 45 gemeint.

Erfüllt Land Auflagen nicht fällt Erbe an Neffen

Sofern das Land nicht innerhalb von 6 Jahren das Museumsprojekt umsetze, fallen die Immobilien an 2 Neffen Kreuzers. Die Kunstwerke - rund 1500 wertvolle Werke von über  300 Künstlern aus Südtirol, dem Bundesland Tirol und Trentino von 1900 bis heute - sollen, im Fall, dass das Land sie nicht ausstellt, an die Caritas gehen, die sie zugunsten humanitärer Projekte in Afrika veräußern solle.

Zielvorstellung: Museum für Kunst der Tiroler Moderne

So weit soll es aber nicht kommen. Schon in Bälde werde sich eine Gruppe zusammensetzen und damit beginnen, ein Museumsprojekt auszuarbeiten, erklärt Landesrat Achammer.

Bis 20. Jänner 2023 werde dann ein Museum für Kunst der Tiroler Moderne geschaffen werden. „Damit schließt sich endlich eine Lücke, was sich viele immer schon gewünscht haben“, sagt Achammer. Bereits innerhalb Juni des heurigen Jahres soll auf Wunsch vieler ein Teil der Sammlung öffentlich zugänglich gemacht werden.

D/wib

stol