Mittwoch, 05. Oktober 2016

Kunst am Bau: „Ein grüner Lodenkilometer“

Vintl wird um eine Kunstattraktion reicher: Die Lärmschutzwände an der Lodenwelt werden mit einer Installation verkleidet, die dem Ort mehr Sichtbarkeit verleihen wird.

Alessandro Casciaro, Sabine Gamper, Heiner Oberrauch, Alessandro Gatti und Manfred Profanter. - Foto: DLife
Alessandro Casciaro, Sabine Gamper, Heiner Oberrauch, Alessandro Gatti und Manfred Profanter. - Foto: DLife

Am Dienstag wurde das Projekt in der Galerie Alessandro Casciaro vorgestellt, die Umsetzung soll in den nächsten Wochen erfolgen. Umfahrung und Lärmschutzwand haben dazu geführt, dass die Lodenwelt bei Vintl viel weniger besucht wird, die Geschäfte klagen über Umsatzrückgänge von 40 bis 50 Prozent.

So auch der Unternehmer Heiner Oberrauch, dessen Geschäftsniederlassung dem Ortsteil den Namen gegeben hat. Vor diesem Hintergrund haben lokale Unternehmer einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben, der Künstler Alessandro Gatti (Designagentur DOC) hat ihn gewonnen.

Installation als Lärmschutzwand

Alessandro Gatti hat aus dem Problem eine Tugend gemacht und ein Kunstwerk aus leichtem Aluminium geschaffen, das die Lärmschutzwände verkleidet, das Grün in seinen verschiedenen Schattierungen als dominierende Farbe dieses Tales aufnimmt und in seinem geflochtenem Aufbau an die Struktur des Lodens erinnert.

Die Installation, die aus zwei Teilen besteht, verändert ihr Erscheinungsbild je nach Lichteinfall und verkleidet die Lärmschutzwand; zusätzlich wird auch die Eisenbahnbrücke grün „verkleidet“, um die Sichtbarkeit zu erhöhen.

Gamper: "Kunst kann Orte ändern"

Für Sabine Gamper, die den Unternehmern als Kunstfachfrau zur Seite stand, ist Vintl durch diese Kunstinstallation zu einem „wichtigen Ort“ geworden: Denn „seit 1968 haben immer wieder zeitgenössische Künstler ihre Kunstwerke an den Gebäuden der Firma Rieper“ angebracht. Sie seien zu einer Landmarke für Vintl geworden. „Auch dieses Projekt wird zu einer Landmarke für Vintl werden“, ist die Kuratorin überzeugt.

Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum seien immer auch Auseinandersetzung mit Landschaft: „Kunst kann Orte ändern, sie kann auch die Bedeutung von Orten ändern“, sagte sie und sprach von einer großen Verantwortung für Unternehmer und Künstler.

Eine Verantwortung, der sich in diesem Fall alle gestellt haben, aus der ein spannendes Kunstprojekt geworden ist.

stol

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