Donnerstag, 23. April 2020

Live über Hexen reden

Heute um 17 Uhr lädt das Museion Bozen zu einem Live-Gespräch ein: Die Künstlerin Mercedes Azpilicueta spricht mit dem Kurator und Forscher Simone Frangi über ihre Arbeit.

Die Künstlerin Mercedes Azpilicueta spricht mit dem Kurator und Forscher Simone Frangi über ihre Arbeit.
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Die Künstlerin Mercedes Azpilicueta spricht mit dem Kurator und Forscher Simone Frangi über ihre Arbeit. - Foto: © LUCA GUADAGNINI / LINEEMATICHE, Via dei Bottai 8, 39100 Bolzano, [email protected]
Das Gespräch wird auf der Online-Plattform Zoom übertragen. Die Veranstaltung bezieht sich auf die im Museion derzeit nicht zugängliche Ausstellung „Bestiario de Lengüitas“, die auch Teil von #TeleMuseion ist – eine Reihe mit Angeboten im Internet und in den sozialen Netzwerken, mit denen das Museion „aus der Distanz“ mit seinem Publikum kommuniziert.

Ausgangspunkt des Live-Gesprächs sind die vielfältigen Legenden und Mythen der Südtiroler und – vor allem – der ladinischen Volkskultur. Unter den Gestalten, die diese Legenden bevölkern, nehmen Hexen eine vorherrschende Position ein. Ausgehend von historischen und mythischen Schauplätzen sowie aktuellen interpretativen Deutungsansätzen beschreiben der Kurator Simone Frangi und die Künstlerin Mercedes Azipilicueta die Figur der Hexe als sinnbildliche Gestalt des zeitgenössischen Bestiariums.

Das Umherschweifen in Wissensfeldern – von der Kunstgeschichte bis zur Volksmusik, von der Literatur bis zur Straßenkultur – und die Vorliebe für „dissidente“ Menschen – Feministinnen, Schwule und Lesben, Migranten oder verbannte Individuen – sind zentrale Elemente in Mercedes Azpilicuetas Arbeiten. Ihre Ausstellung Bestiario de Lengüitas ist ein „wanderndes“ Projekt, das Geschichten aus den von ihm besuchten Regionen aufnimmt und integriert. Auch in Südtirol werden Gestalten aus der regionalen Geschichte, aus Legenden und aus der Gegenwart, die verschiedene Wissenssysteme nutzen und überliefern, in das Universum der Künstlerin aufgenommen.

Das Gespräch zwischen Simone Frangi und der Künstlerin findet auf der Plattform Zoom statt.
Die Ausstellung

Die als Folge des Covid-19-Notstands geschlossene Ausstellung Bestiario de Lengüitas wird von Virginie Bobin kuratiert und ist das Ergebnis einer Ko-Produktion mit CentroCentro in Madrid und dem CAC Bretigny. Mit dem auf der Homepage unter der Rubrik „TeleMuseion“ vorhandenen Video- und Fotomaterial kann die Ausstellung „virtuell“ besucht werden. Dort sind auch ein Interview mit der Künstlerin sowie verschiedene Werkstätten für Kinder und Erwachsene abrufbar.
Die Künstlerin

Die Künstlerin und Performerin Mercedes Azpilicueta (La Plata, Argentinien, 1981) lebt und arbeitet in Amsterdam und Buenos Aires. Ihre künstlerische Arbeit umfasst Recherche- und Produktionsprozesse, die emotionale Eigenschaften sowie die politische Dimension von Sprache und Stimme – in Bezug auf Performativität, post-kolonialen Feminismus und Widerstand – untersuchen.
Der Kurator

Der Forscher und Kurator Simone Frangi ist Professor für Theorie und Aktualität der zeitgenössischen Kunst an der Akademie für Bildende Künste und Design in Grenoble, wo er den Forschungsbereich „Pratiques d'Hospitalité“ leitet. Seit 2013 ist der Ko-Kurator von Live Works an der Centrale Fies (Trient). 2020 und 2021 ist er Senior Curator von MEDITERRANEA 19 - School of Waters. 2018 kuratierte er im Museion die Ausstellung „Somatecnics - Transparent travelers and obscure nobodies“ – ein Projekt, das als Ausstellungsvorschlag für einen hypothetischen Pavillon Italien-Österreich konzipiert worden war.


eva