Montag, 21. August 2017

Maler Karl Otto Götz im Alter von 103 Jahren gestorben

Der Maler Karl Otto Götz ist tot. Der Pionier der abstrakten Kunst der Nachkriegszeit starb am Samstag im Alter von 103 Jahren, sagte der Geschäftsführer der K.O. Götz und Rissa-Stiftung, Joachim Lissmann, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Künstler Karl Otto Götz starb im Alter von 103 Jahren. - Foto: Facebook
Künstler Karl Otto Götz starb im Alter von 103 Jahren. - Foto: Facebook

Der als K.O. Götz bekannte Maler starb demnach in seinem Haus in dem kleinen rheinland-pfälzischen Ort Niederbreitbach-Wolfenacker im Westerwald. 20 Jahre bis 1979 lehrte Götz als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Schüler Gerhard Richter und Sigmar Polke wurden weltberühmt.

K.O. Götz sei in seinem Bett friedlich eingeschlafen, sagte seine 79 Jahre alte Frau Rissa der „Rheinischen Post“. „Es war ein Tod in Würde.“ Der Maler solle in aller Stille auf eigenen Wunsch bei einer Seebestattung seine letzte Ruhe finden.

Vita und Werk

Geboren wurde K.O. Götz am 22. Februar 1914 in Aachen, noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Unter den Nazis hatte er Malverbot. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte K.O. Götz die deutsche Kunst mit seiner abstrakten Malerei wieder international hoffähig. Er war als einziger Deutscher Mitglied der internationalen Künstlergruppe CoBrA.

Seine großformatigen Schwarz-Weiß-Kompositionen machten Götz berühmt. - Foto: Facebook

Götz war einer der wichtigen Maler des deutschen Informel, der abstrakten Nachkriegskunst, auch Gerhard Hoehme, Bernard Schultze oder Fred Thieler zählten dazu. Berühmt wurde er mit großformatigen gestischen Schwarz-Weiß-Kompositionen, die in vielen Museen und politischen Machtzentren hängen. Zu seinem 100. Geburtstag war er mit großen Ausstellungen geehrt worden, unter anderem in der Berliner Neuen Nationalgalerie.

Götz malte noch im Alter von 100 Jahren

Noch mit über 100 Jahren hatte der fast erblindete Götz mit Hilfe seiner Frau Rissa gemalt. Grundprinzipien der Technik von K.O. Götz waren das sekundenschnelle Malen. Er trug mit breiten Pinseln Farbe auf die verkleisterte Leinwand auf und zog dann blitzschnell einen Gummischaber (Rakel) über die Fläche.

Die stilistischen Anfänge des Biennale- und documenta-Teilnehmers lagen nah bei den Surrealisten und Miró.

dpa

stol