Hat die Aufweichung des Fordistischen Modells tatsächlich zu einer größeren Freiheit, Dynamik und zu menschlicheren Bedingungen geführt oder hat nur oberflächlich eine Veränderung der Methoden stattgefunden, um die gleichen Produktionsziele zu erreichen?Solcherart lauten die Fragen der Ausstellung mit Werken zweier Künstlerinnen, die sich in explizit analytischer und tiefgreifender Weise damit auseinander setzen. Trotz der Verschiedenheit ihrer Herangehensweisen benutzen Marianne Flotron (Schweiz, 1970) und Pilvi Takala (Finnland, 1981) vergleichbare Analyseverfahren – zum Beispiel das Rollenspiel oder die Simulation von gefälschten Identitäten –, um ins Innere von geschlossenen Arbeitssystemen zu gelangen und deren Funktionsweisen zu analysieren. Ihren Untersuchungen zufolge stellt sich die abhängige Arbeit heute als ein fortschrittliches Labor gesellschaftlicher Planung, psychologischer Kontrolle und geistiger Unterwerfung dar, das darauf ausgerichtet ist, den Einzelnen immer mehr in Richtung eines angepassten Erfolgsinstruments zu verändern, und jeden Widerstand gegenüber dem System, dessen Teil er ist, zu verhindern.Zu sehen sind Arbeiten der beiden Künstler ab dem 1. Februar und bis zum 23. März in der Galerie "ar/ge Kunst" in Bozen. Kuratiert wird die Ausstellung von Luigi Fassi.