Das verbindende Element der Gemeinschaftsausstellung von Barbara Tavella, Claus Vittur und Markus Moling ist bei weitem nicht allein ihre gemeinsame Herkunft. Es sind vor allem die Poesie, die Stille, die Raum- und Zeitlosigkeit sowie die Melancholie, die ihre Malerei ausstrahlt und gewisse Gemeinsamkeiten erkennen lassen. Dennoch stellt sich bei der Betrachtung der Kunstwerke keineswegs getrübte Stimmung ein, im Gegenteil: Melancholie wird seit Freud als Zustand eines gewissen Scharfsinns bezeichnet, in dem neue Erkenntnisse leichter gewonnen werden als in anderen Gefühlslagen. Besonders in den asketischen Landschaftsimpressionen von Claus Vittur lässt sich das Gefühl von Verlassenheit und Melancholie erahnen. Sehnsucht ist das Hauptthema Vitturs Arbeiten. Der Künstler stellt Orte außerhalb der Zeit dar, es sind idealisierte Schauplätze fast biblischer Urtümlichkeit, die seine großformatigen Bilder wiedergeben. Poesie ist auch Markus Molings Markenzeichen. Seine archaischen Landschaften aus Acryl, Öl und Harz sind geprägt von archaischer Leere und Lautlosigkeit. Nicht mit Landschaften, sondern mit ihrer Umgebung und ihrem (Frau-)Sein in eben dieser Umgebung beschäftigt sich Barbara Tavella. Vor allem der intime weibliche Raum ist es, der die Künstlerin fasziniert. Dieser Raum wirkt manchmal wie eine theatralische Inszinierung, wo sich Marionetten und Puppen als Stellvertreter des weiblichen Körpers bewegen. Die Vernissage findet am 15. November um 19 Uhr statt. Die Ausstellung wird bis zum 27. November im Brunecker Ragenhaus gezeigt.