Montag, 18. Juli 2016

Neue Gurlitt-Recherchen: Raubkunst-Verdacht in 91 Fällen

Neues im Fall Cornelius Gurlitt: Recherchen eines Expertenteams haben den Verdacht auf Nazi-Raubkunst in 91 weiteren Fällen erhärtet.

Die Familie Gurlitt hatte in der NS-Zeit 680 Werke geraubt
Die Familie Gurlitt hatte in der NS-Zeit 680 Werke geraubt - Foto: © APA/EPA

Das teilte das Projekt „Provenienzrecherche Gurlitt“ am Montag in Berlin mit. Darunter sind nach Angaben von Projektleiterin Andrea Baresel-Brand unter anderem Werke von Henri de Toulouse-Lautrec, Max Liebermann, Edvard Munch oder eine Rembrandt-Grafik. Das Projekt kümmert sich in der Nachfolge der „Taskforce Schwabinger Kunstfund“, die ihre Arbeit zum Jahreswechsel einstellte, um die umstrittene Kunstsammlung. Von den 680 Werken, deren Herkunft die Taskforce nicht abschließend klären konnte, haben die Experten des Projekts bislang 502 Werke untersucht. Die Recherchen seien noch nicht abgeschlossen, betonte Baresel-Brand. „Es ist nur ein Zwischenstand.“
Die Taskforce hatte nur bei 11 raubkunstverdächtigen Werken die Herkunft lückenlos klären können. Lediglich in fünf Fällen ließ sich eindeutig NS-Unrecht nachweisen.

Provenienz  in nur fünf Fällen nachweisbar

Der spektakuläre Kunstfund in Gurlitts Schwabinger Wohnung hatte 2013 weltweit Schlagzeilen gemacht und eine hitzige Debatte um den Umgang mit von den Nationalsozialisten geraubten Kunstwerken in Deutschland entfacht.

dpa

stol