Donnerstag, 17. September 2015

Paul-Flora-Preis 2015 an Oliver Laric vergeben

Der mit 10.000 Euro dotierte Paul-Flora-Preis geht heuer an den in Tirol geborenen Künstler Oliver Laric. Die Kulturlandesräte des Landes Südtirol und des Bundeslandes Tirol, Philipp Achammer und Beate Palfrader, vergaben die Auszeichnung am Freitag in Glurns.

Oliver Laric ist Träger des Paul-Flora-Preises 2015. - Foto: Sebastian Kim
Oliver Laric ist Träger des Paul-Flora-Preises 2015. - Foto: Sebastian Kim

Oliver Laric ist 1981 in Innsbruck geboren, hat an der Universität für angewandte Kunst in Wien studiert und lebt heute in Berlin. 

"Oliver Laric ist ein Künstler, der durch die Unmittelbarkeit seines gestalterischen Ausdrucks beeindruckt und dessen Werk sich sofort in die Erinnerung einprägt", beglückwünschte Landesrat Achammer den Preisträger.

"Bei allen Unterschieden haben Oliver Laric und Paul Flora doch auch Gemeinsamkeiten: Ich denke zum Beispiel an die plakative Wirkung ihrer Kunst ebenso wie an die Verschmelzung verschiedener Elemente aus der Welt des Tierreichs mit jener des Menschen, die den Betrachter in eine archaische, zugleich fremd und vertraut anmutende Welt entführen", so Achammer.

10.000 Euro Preisgeld

Der Preis wird in Erinnerung an den 2009 verstorbenen Künstler Paul Flora seit 2010 jährlich an eine junge Künstlerin oder einen Künstler unter 40 Jahren aus Tirol oder Südtirol verliehen. Er versteht sich als Anerkennung von hervorragenden Leistungen in der zeitgenössischen bildenden Kunst und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Über die Verleihung befindet eine Jury, der Beate Ermacora für das Land Tirol, Lisa Mazza für das Land Südtirol sowie Katharina Flora Seywald als Mitglied der Familie Flora angehören.

wurde er 2007 mit dem Ursula-Blickle-Videopreis ausgezeichnet.

"Die Jury hat sich bei dieser Wahl, wie bisher immer, an der für qualitätsvoll Neues stets offenen Haltung von Paul Flora orientiert", betonte Landesrätin Palfrader und freute sich über die Nominierung: "Es ist schön, einen jungen Tiroler Künstler auszeichnen zu können, der sich schon zum Zeitpunkt der Preisvergabe eine eigene und unverwechselbare Position in der Kunstwelt erarbeitet hat."

Aus der Jurybegründung

Mit seinem Werk, das sich verschiedener Medien und Technologien bedient und sich unter anderem das Internet als aktuelles Informations- und Kommunikationsmedium und als Ausstellungsort zunutze macht, agiert Oliver Laric am Puls der Zeit.

Fragestellungen nach Original und Fake, nach der Bildproduktion, ihrer Verteilung und Zirkulation in einer digitalisierten und globalisierten Welt stehen im Zentrum seines künstlerischen Schaffens. Indem er sampelt, zitiert und umwidmet, thematisiert er kulturelle Übersetzungsprozesse und Transfers beispielsweise zwischen China und dem Westen, wobei er etwa anhand von chinesischen Stühlen aus dem 19. Jahrhundert oder in Asien hergestellten, gefälschten Markenhemden sowohl historischen als auch zeitgenössischen Phänomenen nachspürt.

In seinem Werk zeichnet sich Laric durch einen eigenständigen Ansatz aus, der uns die Hybridisierung unserer Gesellschaft vor Augen führt und zeigt, wie sich im Informationszeitalter Wissen und Kultur wandeln und wie sie interpretiert werden. Mit Oliver Laric gilt es daher, einen Künstler zu ehren, der aus eigener Kraft einen bemerkenswerten Weg beschritten hat.

stol/lpa

stol