In ihrem Projekt lässt sich die Künstlerin von der Bildersprache des Westernfilms inspirieren und setzt in ihrer Installation unterschiedliche Genres ein, vom Video über die Collage bis zu skulpturartigen Elementen.Das Video „Western” beginnt mit einem langsamen Schwenk der Kamera über eine Westernlandschaft, bis dort ein aus Musikerinnen bestehendes Orchester auftritt, das Elmer Bernsteins Filmmusik aus „Die Glorreichen Sieben” (1960) von John Sturges spielt. In Wirklichkeit befindet sich die vermeintliche Westernidylle allerdings in Georgien, einem Konfliktherd an der Grenze zwischen Europa und Asien. Als Standort zahlreicher Filmsets diente Georgien in der Vergangenheit häufig als Kulisse für Westen-Produktionen.Den Mythos des „wilden Westens”, der immer auch ein zu eroberndes Land war, unterstreichen auf die Wand projizierte Bildfragmente, die gleichzeitig aber auch auf die Gemeinplätze dieses Filmgenres hinweisen. Diese Bilder zitieren die Umschlagseiten von Westerncomics aus dem Besitz der Künstlerin. Im project room schaffen eine mit blauem Stoff gepolsterte Metallsäule und Zementkuben unterschiedlicher Größen ein kontrastreiches Raumerlebnis.Das Kino beeinflusste und beeinflusst die Arbeiten von Sonia Leimer. Die Maschine, die den Film in Bewegung setzt und der Begriff von Zeit, der diesen kennzeichnet, werden zum Ausgangspunkt und manchmal auch zum Instrument, wenn es darum geht, sich einem präzisen Gegenstand zu nähern und eine vorgegebene Situation aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dabei arbeitet sie mit scheinbar unauflöslichen Widersprüchen und Verfremdungen und achtet in ihrer Arbeit auf jedes Detail. Ob es sich um Installationen im öffentlichen Raum oder um Ausstellungsräume in Kunstinstitutionen handelt – Grundlage dieser Arbeiten ist immer die Erforschung der konkreten Erscheinung von Objekten und die Wechselwirkung zwischen diesen und denjenigen, die diese Objekte geschaffen haben.Im Rahmen der Ausstellungsreihe im "project room" erscheint zur Arbeit von Sonia Leimer eine eigene Broschüre.Sonia Leimer (1977, Meran) lebt und arbeitet in Wien. Ihre Arbeiten wurden bei einer Vielzahl von Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt, darunter 2011 uns so weiter, Kunstverein Basis Frankfurt, newpositions, artcologne, Köln; 2010 Neither in Motion nor at Rest, BAWAG Contemporary, Wien, No Site to Fall in, Salzburger Kunstverein, Salzburg, Premio Cairo, La Permanente di Milano, Mailand, The Invisible Play, Istanbul, Fractional Systems. Garage Project II, Mackey Garages, Los Angeles; 2009, Series of successive instants, Galerie nächst St. Stephan, sowie Login, Wien und Audio Prop. See this sound, Lentos Kunstmuseum, Linz. Sonia Leimer ist Trägerin des Paul Flora Preises 2011 und des auf der Art Cologne vergebenen Audi Awards for New Positions 2011.Eröffnung: 3. Februar, 19 UhrZeit: bis 18. MärzArtist talk: 8. März, 20 Uhr mit Sonia Leimer