Sonntag, 19. Januar 2020

Stadt Piacenza will Arbeiter für Fund des Klimt-Gemäldes ehren

Die norditalienische Stadt Piacenza will 2 Arbeitern, die am 10. Dezember ein vor fast 23 Jahren gestohlenes Klimt-Gemälde gefunden hatten, eine Auszeichnung verleihen. Ehren will die Gemeinde auch die Ermittler, die in den vergangenen 2 Jahrzehnten die Suche nach dem wertvollen Kunstwerk nie aufgegeben hatten, berichtete die Tageszeitung von Piacenza „Liberta“ am Sonntag.

Das Klimt-Gemälde „Bildnis einer Frau“ war vor fast 23 Jahren gestohlen worden.
Das Klimt-Gemälde „Bildnis einer Frau“ war vor fast 23 Jahren gestohlen worden. - Foto: © ANSA / POLIZIA

Die Betreiber der privaten Kunstgalerie Ricci Oddi in Piacenza, aus der Klimts „Bildnis einer Frau“ 1997 entwendet worden war, hofften, das Bild nach einer Restaurierung bald zurückzuerhalten. Der Präsident der Galerie, Massimo Ferrari, rief die Staatsanwaltschaft auf, ihm einen Termin für die Rückgabe zu nennen. Die Galerie rechnet mit einem Besucheransturm dank des wiedergefundenen Klimt-Werks, dessen Echtheit von den Ermittlern am Freitag bekanntgegeben wurde.

Unklar ist noch, wie lange sich das Gemälde in einem Verlies befunden hatte, bevor es am 10. Dezember von Arbeitern, die im Park der Kunstgalerie Ricci Oddi beschäftigt gewesen waren, entdeckt wurde. Die Ermittlungen dazu seien noch im Gang, sagte die zuständige Staatsanwältin von Piacenza, Ornella Chicca. Nach über 20 Jahren sei jedenfalls der Diebstahl als Delikt verjährt.

Bild „als Weihnachtsgeschenk“ zurückgegeben

Vor einigen Tagen hatte ein Journalist der Tageszeitung „Liberta“, Ermanno Mariani, einen Brief zweier Männer aus Piacenza erhalten, die sich zum Diebstahl bekannten. Sie erklärten, sie hätten jetzt das Gemälde der Stadt „als Weihnachtsgeschenk“ zurückgegeben, da das Verbrechen verjährt sei und ihnen keine Strafe mehr drohe. Die beiden werden von den Ermittlern befragt und ihre Aussagen geprüft.

Zugleich plant die Staatsanwaltschaft eine gründliche Untersuchung der Fingerabdrücke und DNA-Spuren auf dem Bild. „Wir wollen begreifen, was vor 23 Jahren genau geschehen ist. Wir hoffen, bald wichtige Erkenntnisse zu haben“, sagte Polizeichef Pietro Ostuni.

apa