Montag, 17. August 2015

Stuttgart gibt Gemälde an Erben von jüdischen Kunsthändlern zurück

70 Jahre nach Kriegsende gibt das Land Baden-Württemberg den Erben von zwei jüdischen Kunsthändlern ein Gemälde aus dem Besitz der Staatsgalerie Stuttgart zurück. Das teilte das Kunstministerium am Montag mit.

Das Bildnis "Pfalzgraf Johann III" (Foto: Wikipedia)
Das Bildnis "Pfalzgraf Johann III" (Foto: Wikipedia)

Nachforschungen zu einem Kunstwerk hätten eine Enteignung von Verfolgten des Nationalsozialismus ergeben, erklärte das Kunstministerium. Wohin das Gemälde gehen wird, war zunächst nicht bekannt. Die Anwälte der Erben sitzen laut Ministerium in New York, Dresden und Marburg.

Die Übergabe an die Erben von Isaac Rosenbaum und Saemy Rosenberg folge auf Nachforschungen durch die Staatsgalerie. „Wir stehen zu unserer historischen Verantwortung, Kulturgüter, die Verfolgten des Nazi-Regimes entzogen worden sind, zu ermitteln und zurückzugeben“, sagte Kunststaatssekretär Jürgen Walter.

Die Kunsthandlung Rosenbaum hatte das „Bildnis Pfalzgraf Johann III“ (um 1526) aus der Werkstatt von Hans Wertinger 1936 verkauft. Der Erlös musste auf ein Sperrkonto eingezahlt werden und wurde damit den Eigentümern durch die Nationalsozialisten entzogen. Zunächst war unklar, wohin das Werk nun geht.

In Baden-Württemberg beschäftigen sich drei sogenannte Provenienzforscherinnen mit Untersuchungen von entsprechenden Kunstwerken. Nach Angaben der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste wurden seit 1998 in Deutschland mehr als 14.300 Objekte an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben. Darunter waren mehr als 8900 Bücher.

dpa

stol