Mittwoch, 27. Januar 2021

Über 2 Millionen Menschen besuchten 2019 Südtiroler Museen

Eine Studie des Landesinstitutes für Statistik über die Museen des Landes bezogen auf das Jahr 2019 beschäftigt sich unter anderem mit den Besucherzahlen, den Arbeitsverhältnissender und Finanzierung der Südtiroler Ausstellungshäuser. 2019 beteiligten sich 111 Museen in Südtirol an der Astat-Erhebung.

Mehr als 2 Millionen Menschen besuchten im Jahr 2019 ein Museum in Südtirol. (Symbolbild)
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Mehr als 2 Millionen Menschen besuchten im Jahr 2019 ein Museum in Südtirol. (Symbolbild) - Foto: © shutterstock
Geführt werden die Ausstellungsorte vorwiegend von privaten Einrichtungen oder Privatpersonen (49,5 Prozent). Es folgen die Gemeinden (23,4 Prozent), die Autonome Provinz Bozen-Südtirol (13,5 Prozent), kirchliche Einrichtungen (6,3 Prozent), andere öffentliche Körperschaften (1,8 Prozent) sowie sonstige Rechtsträger (5,4 Prozent).

Die am häufigsten in Südtirol verbreiteten Museumsarten sind die auf Kulturgeschichte spezialisierten Museen sowie die Kunst- und Kunstgewerbemuseen (25 bzw. 19 an der Zahl). Diese beiden Typen machen zusammen 39,6 Prozent aller Museen aus.




Die Entstehungsgeschichte der Museen in Südtirol hat frühe Anfänge: Die Eröffnung des ältesten Museums im Lande, der Landesfürstlichen Burg in Meran, geht auf das Jahr 1880 zurück. 27,9 Prozent der Museen sind im Zeitraum 1991-2000 entstanden und 43,2 Prozent nach 2000.




Mehr als 2 Millionen Besucher

Im Laufe des Jahres 2019 haben 2.147.814 Personen ein Südtiroler Museum besucht. Bei 31,4 Prozent davon handelte es sich um Besichtigungen mit freiem Eintritt.

Im Jahr 2019 sind die kulturgeschichtlichen Spezialmuseen und die Kunst- und Kunstgewerbemuseen mit 26,9 Prozent und 26,3 Prozent die am häufigsten besuchten Museen. Die Verteilung der Besucher auf die verschiedenen Museumsarten entspricht im Allgemeinen der Häufigkeitsverteilung der entsprechenden Museen.

Eine Ausnahme bilden die 7 archäologischen, vor- und frühgeschichtlichen Museen, welche einen hohen Besucheranteil – und zwar 15,4 Prozent – verzeichnen, vermutlich aufgrund der Gletschermumie „Ötzi“. Unterdessen reichen die 32 Museen der Typologien „Volkskundliche und landwirtschaftliche Museen“, „Stadt-, Heimat-, Talund Dorfmuseen“ sowie „Naturwissenschaftliche Museen“ zusammen mit 15,1 Prozent kaum an diese Besucherquote heran.




72,9 Prozent des gesamten Museumsbestandes werden dauerhaft ausgestellt, die restlichen 27,1 Prozent sind Depotbestände, die im Hinblick auf künftige Ausstellungen gelagert oder Restaurierungsarbeiten unterzogen werden und demnach nicht zugänglich sind.

In den letzten 5 Jahren wurde mit 49,5 Prozent fast die Hälfte der kunsthistorischen Museumsbestände Südtirols für wissenschaftliche Zwecke verwendet. Im Laufe des Jahres 2019 haben 656 Wissenschaftler zu Forschungszwecken darauf zurückgegriffen und insgesamt 315 Publikationen veröffentlicht. Weiters haben 332 Lehrpersonen und 1495 Schüler und Studenten den für wissenschaftliche Tätigkeiten verfügbaren Bestand genutzt.

Im Jahr 2019 haben Südtirols Museen insgesamt 150 Ausstellungen angeboten. Außerdem konnten sie eine reichhaltige Produktion aufweisen: 138 Verlagswerke wie Bücher, Kataloge und Ähnliches, 30 digitale Datenträger mit Informationscharakter (CDs, DVDs), 277 Broschüren und Faltblätter, 590 Souvenirs, Ansichtskarten und 35 Arten von anderem Informationsmaterial.

Die Museen in Südtirol bieten ihren Besuchern eine Reihe von Diensten, welche die Besichtigung bereichern und erleichtern. Diese reichen von der Einrichtung multimedialer Arbeitsplätze für die Besucher über Shops, Bars und interne Restaurants sowie reservierte Parkplätze und behindertengerechte Zugänge bis hin zu verschiedenen anderen Dienstleistungen wie Garderobe, Warteräume für die Besucher und Betreuung der Kleinkinder. 86,5 Prozent der Museen bieten den Besuchern Führungen an, während 23,4 Prozent ausschließlich im Rahmen von Führungen besichtigt werden dürfen.

Finanzierung erfolgt fast 40 Prozent über öffentliche Beiträge

Die Einnahmen der Südtiroler Museen bestehen zu 38,8 Prozent aus öffentlichen Beiträgen. Der Verkauf von Eintrittskarten macht 25,9 Prozent der Einnahmen aus, 8,7 Prozent stammen aus Einkünften aus Verkäufen in den Shops und Gastbetrieben sowie aus Reproduktionsrechten oder anderen Gebühren. Mitgliedsbeiträge und Spenden tragen mit 7,4 Prozent zu den Einnahmen bei, während geführte Besichtigungen sowie Sponsorengelder mit 4,8 Prozent beziehungsweise 2,0 Prozent zu Buche schlagen.




Verwaltungskosten stellen fast die Hälfte (47,9 Prozent) der Ausgaben der Südtiroler Museen dar. Mit großem Abstand folgen als zweitgrößter Ausgabenposten die Spesen für Neuanschaffungen von verschiedenen Objekten, Ausstellungsgegenständen, technischer Ausrüstung und anderem (12,0 Prozent). 9,2 Prozent der Ausgaben entfallen auf Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten, 7,5 Prozent auf Sonderausstellungen und 4,4 Prozent auf Marketing und PR-Kampagnen. Spesen für Forschungs- und didaktische Aktivitäten sowie für die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen machen 4,1 Prozent aller Ausgaben aus.




Museen für Kulturgeschichte mit besonders hohem Frauenanteil

Insgesamt beschäftigen die Museen in Südtirol 1033 Personen, wovon 63,1 Prozent Frauen sind. 36,5 Prozent des Museumspersonals haben einen befristeten und 28,5 Prozent einen unbefristeten Arbeitsvertrag. 13,1 Prozent sind vollzeitbeschäftigt und 15,4 Prozent teilzeitbeschäftigt. 35,0 Prozent sind ehrenamtliche Mitarbeiter.

Analysiert man das Museumspersonal nach Geschlecht und Arbeitsverhältnis, wird ersichtlich, dass die Frauen sowohl bei unbefristeten Teilzeitverhältnissen (83,6 Prozent gegenüber 16,4 Prozent) als auch bei befristeten Arbeitsverträgen (68,2 Prozent gegenüber 31,8 Prozent) deutlich stärker vertreten sind als die Männer. Bei den Vollzeitkräften und den ehrenamtlich Tätigen lassen sich hingegen keine großen geschlechtsspezifischen Unterschiede feststellen.

Die Museen mit besonders hohem Frauenanteil unter den Beschäftigten sind interessanterweise die auf Kulturgeschichte spezialisierten Museen: Dort sind mit 72,1 Prozent fast 3 Viertel aller Mitarbeiter weiblich.




Analysiert man die Daten sowohl in Bezug auf den Arbeitsvertrag als auch auf die Träger des Museums, wird deutlich, dass befristet Beschäftigte in den Landesmuseen am häufigsten vorkommen (56,2 Prozent aller dortigen Mitarbeiter). Auf ehrenamtliche Mitarbeiter setzen eher Museen mit privatem oder kirchlichem Träger (60,0 Prozent und 59,6 Prozent), während in den Landesmuseen nur 1,9 Prozent der Mitarbeiter ehrenamtlich aktiv sind, in den Gemeindemuseen allerdings 28,8 Prozent.

Im Schnitt sind die Museen pro Woche etwa 29 Stunden, verteilt auf 5 Tage, für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Jahr 2019 waren das insgesamt durchschnittlich rund 189 Tage, an denen die Museen geöffnet waren.

stol

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