Mittwoch, 29. April 2020

Uffizien halbieren zugelassene Besucherzahl

Die Florentiner Uffizien wollen nach der am 18. Mai geplanten Wiedereröffnung die Zahl der Besucher, die sich gleichzeitig im Museum befinden dürfen, halbieren. So sollen maximal 450 Besucher zugelassen werden kündigte Uffizien-Chef Eike Schmidt an.

Sandro Botticellis „Geburt der Venus“ ist wohl eines der berühmtesten Bilder der Sammlung der Uffizien.
Sandro Botticellis „Geburt der Venus“ ist wohl eines der berühmtesten Bilder der Sammlung der Uffizien. - Foto: © wikipedia Commons
Die Uffizien, die 2018 mit der Universität der mittelitalienischen Stadt L'Aquila ein Algorithmus entwickelt hatten, mit dem die Wartezeiten vor dem Eingang des Museums drastisch verkürzt wurden, will dieses System an die neuen Anti-Covid-19-Sicherheitsvorkehrungen anpassen. Drehkreuze sollen am Eingang eingeführt werden, Videoanlagen werden den Besucherstrom im Museum kontrollieren, sagte Schmidt.


In den Sälen mit den beliebtesten Meisterwerken, in denen der größte Besucherstrom erwartet wird, soll Personal des Museums dafür sorgen, dass es nicht zu einem zu starken Andrang kommt. Das Museum hat sich in Hinblick auf die Neueröffnung bereits mit Thermoscans, Atemschutzmasken und Desinfizierungsmittel gerüstet.


Die Uffizien wollen Besucher nicht zwingen, nur eine beschränkte Zeit im Museum zu bleiben. „Wir fördern das Konzept eines Slow Museums, in dem sich der Besucher die Zeit nehmen kann, die er braucht, um die Meisterwerke zu bewundern. Wir rechnen in einer ersten Phase mit einem stark reduzierten Besucherstrom“, sagte Schmidt.
„Wer jetzt die Uffizien besucht, wird sie in einem Zustand der Ruhe besichtigen können, wie es seit einem halben Jahrhundert nicht mehr möglich war“, sagte der Museumsdirektor.

In dieser Jahreszeit würden ausländische Touristen die Hälfte der Besucher ausmachen. Die Verluste für das Museum wegen der Schließung bezifferte Schmidt auf circa zehn Millionen Euro. Trotz des Einnahmenrückgangs werden die Uffizien nicht die Ticketpreise erhöhen.
Die Regierung hat die Wiedereröffnung von Museen, Bibliotheken und Archiven ab dem 18. Mai angekündigt. Italien hebt ab dem 4. Mai eine Reihe von Beschränkungen auf, allerdings geringer als sich die Italiener erhofft hatten. So erlaubt die Regierung etwa wieder mehr Sport im Freien und mehr Bewegungsmöglichkeiten in der eigenen Region.
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eva/apa