Samstag, 23. April 2022

Venedigs Goldene Löwen an schwarze Künstlerinnen

Mit der Auszeichnung von 2 international gefeierten Künstlerinnen der Black Community hat die Jury der Kunstbiennale in Venedig Zeichen gesetzt.

Sonia Boyce siegte mit „Feeling her way“. - Foto: © ANSA / ANDREA MEROLA

Die Britin Sonia Boyce für ihre Arbeit im britischen Pavillon und die US-Amerikanerin Simone Leigh für eine Bronze-Skulptur in der großen Hauptausstellung erhielten am Samstag in der Lagunenstadt mit zwei Goldenen Löwen die wichtigsten Preise der Biennale.

Auszeichnungen gab es auch für den Länderpavillon von Uganda und den libanesischen Künstler Ali Cherri. Einen Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk bekam zudem die Düsseldorfer Künstlerin Katharina Fritsch.

Boyce erhielt die Auszeichnung für ihre Arbeit im britischen Pavillon. Sie sieht in dem Preis auch ein Zeichen für die internationale schwarze Kunstszene. „Wir sind hier. Wir gehen nicht mehr weg“, sagte Boyce der Deutschen Presse-Agentur in Venedig zur Bedeutung der Auszeichnung. „Es werden noch mehr fabelhafte Dinge passieren.“ Es gebe ungemein viele Talente unter schwarzen Künstlerinnen und Künstlern. „Ich kann es kaum erwarten, dass sich andere durchsetzen.“

Kampf um die Anerkennung für Künstlerinnen

Boyce, die auch Professorin für Black Art und Design ist, gilt seit Jahrzehnten als wichtige Vertreterin im Kampf um Anerkennung für Künstlerinnen und gegen Rassismus. Im britischen Pavillon zeigt sie mit ihrer Arbeit „Feeling Her Way“ die Kraft weiblichen Gesangs. Die Stimmen von fünf schwarzen Sängerinnen füllen die Räume des Pavillons einzeln und kombiniert über große Bildschirme. Die ebenso kraftvoll wie verletzlich wirkenden Töne umgeben dabei geometrisch strukturierte goldene Elemente an den Wänden.

Bei den Bewertungen für die Länderpavillons erhielt das erstmals auf der Biennale vertretene Uganda mit den Arbeiten von Acaye Kerunen und Collin Sekajugo eine besondere Erwähnung. Beide werteten die Auszeichnung als wichtigen Hinweis auf die häufig noch immer unterschätzte Kunstszene afrikanischer Länder.

Die Kunstbiennale gilt neben der documenta in Kassel als wichtigste Ausstellung für Gegenwartskunst. Die 59. Biennale, coronabedingt um ein Jahr verschoben, ist seit Samstag bis zum 27. November geöffnet.

apa/dpa

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