Die eigene Sammlung und das Thema des Sammelns in all seinen Facetten sind ein besonderer Schwerpunkt im Ausstellungsprogramm 2015, das sich zudem in das von der Generalversammlung der UNO ausgerufene Internationale Jahr des Lichts und der lichtbasierten Technologien einfügt. Der Dialog mit Künstlerinnen und Künstlern, die zu den „alten Bekannten” des Museion gehören, wird fortgesetzt, von Martino Gamper bis Rossella Biscotti, von Hubert Kostner bis Cerith Wyn Evans. Aber das Museion bietet nicht „nur“ Ausstellungen an. Ob es sich dabei um erste „Gebrauchsanweisungen” handelt oder um wertvolle Hintergrundinformationen – das Museion stellt Besucherinnen und Besuchern aller Altersklassen auch weiterhin zahlreiche Angebote zur Annäherung an Gegenwartskunst zur Verfügung. Die vielfältigen Kooperationen und Partnerschaften mit anderen Kulturträgern sind schon längst ein Markenzeichen des Hauses geworden und reichen vom Südtirol Jazzfestival bis zu Transart und Tanz Bozen, von den Vereinigten Bühnen Bozen bis zu MurArte, Art May Sound und vielen anderen mehr.Die Bemühungen um die Öffnung des Hauses mit Angeboten höchster Qualität wurden belohnt„Wir schließen das Jahr 2014 mit 48.685 Besucherinnen und Besuchern ab: Diese Zahl unterscheidet sich nur wenig vom Rekordergebnis des vorvergangenen Jahres und steht für einen konstant positiven Trend in der Besucherstatistik. Die Anzahl der Menschen, die unser Haus besuchen, ist in den vergangenen vier Jahren (seit 2011) um 25 Prozent angestiegen. Um es kurz zu sagen: Das Museion spricht mit seinen hochwertigen Ausstellungen und den vielen Zusatzangeboten unterschiedlichste Publikumsschichten an und erntet die Früchte dieser Arbeit. Ich erinnere daran, das dieses Wachstum angesichts einer Kürzung der Landesbeiträge um 12 Prozent im gleichen Zeitraum erreicht wurde”, erklärt die Direktorin des Museion, Letizia Ragaglia.Als Museum für zeitgenössische Kunst muss sich das Museion natürlich mit neuen gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzen. In der Jahresbilanz dürfen deshalb die aktuellen Daten über die Kommunikation im Internet und in den sozialen Netzwerken nicht fehlen. Dank einer gezielten Kommunikationskampagne wurden dort mehr als 8 Millionen Menschen angesprochen, die Anzahl der Zugriffe auf unser Web-Portal nahm um 66 Prozent zu. In den sozialen Netzwerken war das Museion besonders erfolgreich – die Facebook-Seite hat heute 12.600 Fans (+ 154 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), das Twitter-Angebot weist ein Jahr nach seiner Aktivierung 1.200 Follower auf und verzeichnet durchschnittlich 21.000 Aufrufe pro Monat.Das Internet ist nicht nur ein Kommunikationskanal, durch den das Museion sein Publikum erreicht, sondern auch eine Plattform, auf der Inhalte zur Verfügung gestellt und weitergegeben werden. Trotzdem sind der persönliche Kontakt und die unmittelbare Begegnung mit zeitgenössischer Kunst das vorrangige Anliegen des Museums, das auch im Vorjahr sein dichtes Programm für Schulen, Familien und Erwachsene weitergeführt hat und mit dem Cubo Garutti als „Außenstelle“ auch im Stadtviertel Don Bosco in Bozen aktiv ist. Daher ist es kein Zufall, dass die Anzahl der betreuten Besucher, die aktiv an den Angeboten teilnehmen, im Vergleich zum Vorjahr um 9% gestiegen ist.Zu den besonders häufig nachgefragten Angeboten gehören Veranstaltungen, mit denen die Reaktion „Das kann ich ja auch”, zu der sich viele Besucher angesichts zeitgenössischer Kunst verleiten lassen, überwunden werden soll. Entsprechende Formate sind die Führungen mit der Direktorin, die Begegnungsreihen Das ABC der zeitgenössischen Kunst und Im Kontext, aber auch die Kunstgespräche.Sammeln als LeidenschaftDie Sammlung ist ein öffentliches Kunst-Archiv und deshalb das Herzstück jedes Museums. Seiner Sammlung und dem Thema des Sammelns in allen seinen Schattierungen widmet das Museion in diesem Jahr gleich mehrere Ausstellungsevents und Veranstaltungen. Sieben Jahre nach der Eröffnung des neuen Hauses zieht das Museion Bilanz und bietet eine Erkundungstour zu den kürzlich – als Neuerwerbungen, Schenkungen oder Leihgaben – in die Sammlung aufgenommenen Arbeiten an. Diese von der Direktorin Letizia Ragaglia kuratierte Ausstellung wird am 20/03 eröffnet und umfasst mehr als 40 Künstler, von Carl Andre bis Rosemarie Trockel, von Isa Genzken bis Michael Sailstorfer, Vera Comploj, Sonia Leimer und Nicolò De Giorgis.Die Leidenschaft für das Sammeln und die Geschichte des Designs stehen im Mittelpunkt von design is a state of minddes Südtiroler Designers und Weltbürgers Martino Gamper (Meran, 1971), ein „alter Bekannter” des Museion, für das er die Passage im Erdgeschoss gestaltet und eingerichtet hat. Die in Zusammenarbeit mit Serpentine Galleries in London und der Pinacoteca Agnelli in Turin realisierte Ausstellung eröffnet am 05/06 in Anwesenheit von Martino Gamper und dieses Opening sollte man nicht versäumen. Vor allem, weil es sich dabei um einen Doppelevent handelt, denn gleichzeitig wird im Project Room das für diesen Standort entwickelte und von Frida Carazzato kuratierte Projekt Konzeptmontage von Hubert Kostner (Brixen, 1971) eröffnet.Designer und Künstler, die als Sammler auftreten: Am 18/09 eröffnet im Museion mit Top Hundred eine Ausstellung, die 100 Objekte von 100 Vertretern der internationalen Kunstszene aus den vergangenen 50 Jahren vorstellt, die vom Künstler Maurizio Nannucci (Florenz, 1939) zusammengetragen wurden. Die von Andreas Hapkemeyer kuratierte Ausstellung wird in Kooperation mit dem Museo Marino Marini in Florenz realisiert. Mit dem Sammeln von Kunst befasst sich dieses Jahr auch die in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Bozen ausgerichtete Vortragsreihe artiparlando. Referenten sind – unter anderen – die Direktorin des Kunsthistorischen Museums in Wien, Sabine Haag (26/03, 20 Uhr) und der Kritiker und Kurator Achille Bonito Oliva (14/05, 20 Uhr).Das internationale Jahr des LichtsEin weiteres Leitmotiv des Ausstellungsjahrs 2015 ist das Thema Licht. Das Museion nimmt – mit einer Abteilung in der Sammlungsausstellung und einer Einzelausstellung des britischen Konzeptkünstlers Cerith Wyn Ewans (Eröffnung 02/10, kuratiert von Letizia Ragaglia) – am Internationalen Jahr des Lichts und der lichtbasierten Technologien der UNESCO teil. Um Licht geht es auch in der neuen Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Unternehmen ewo, das weltweit zu den führenden Entwicklern von Beleuchtungssystemen im öffentlichen Raum gehört. Von April bis November finden im Museion drei ewoTALKS statt,hochkarätig besetzteGesprächsrunden mit lokalen und internationalen Fachleuten, die über Verbindungen zwischen Kunst, Design, Wirtschaft und Technik diskutieren. Auf der Medienfassade werden Licht-Effekte auch in diesem Jahr die Sommernächte in Bozen zum Leuchten bringen. Die von Frida Carazzato kuratierte Projektionsreihe beschäftigt sich auf der gläsernen „Außenhaut” des Museion mit Formen von Schrift. Teilnehmer: Anna Franceschini, Cristina Rizzo in Zusammenarbeit mit Tanz Bozen, Studio Mut (Thomas Kronbichler, Martin Kerschbaumer), ein von Martina Angelotti und Simone Frangi kuratiertes Projekt in Zusammenarbeit mit Careof und Viafarini, DOCVA (Mailand) sowie ein Projekt von Berty Skuber anlässlich des Tags der zeitgenössischen Kunst.Eine intensive SaisonDie Saison 2015 beginnt am 30. Januar mit der Eröffnung der ersten Einzelausstellung von Rossella Biscotti (Molfetta, 1978) in einem italienischen Museum. Biscotti, die heute zu den interessantesten Künstlerinnen ihrer Generation gehört, befasste sich 2008 in einer Arbeit mit dem Durchgangslager in Bozen. Gleichzeitig eröffnet im Museion auch das Projekt Der Hexenhammer von Chiara Fumai (Rom, 1978), das ch mit der deutschen Terroristin Ulrike Meinhof beschäftigt und in einer engen Beziehung zur Ausstellung von Rossella Biscotti steht.