Dem Betrachter offenbart sich dabei eine Kunstwelt, die uns heute wie damals anspricht. Warum? Das erklärt auch der Direktor des zeitgenössischen Museums Bart van der Heide. <b>Von Margit Oberhammer</b><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007039_image" /></div> <BR /><BR />Die Skulpturen füllen die Passage des Museion mit einer einladenden Präsenz. Sie sind große, stille Wächter, archaische Schutzheilige, fremde Wesen aus einer unbekannten Welt – alles gleichzeitig. Sie laden zum Innehalten ein, zum Eintreten in verschiedene Zeiträume, beinahe zum Darüberstreichen über die Schichten ihrer Oberfläche, über die Rillen, die reliefartig hervortretenden Teile. Man möchte die Lebendigkeit, die warme Farbigkeit des besonderen Stoffs, aus dem sie gemacht sind, erspüren. Das alte Holz abgetragener Stadel in Gröden mit ihrer langen Vergangenheit riechen, die Bäume, die historischen Holzbalken, die vergessenen Gebäude selbst. Die mythischen Gestalten der alten Sagen heraufziehen sehen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007042_image" /></div> <BR /><BR /><b>Bart van der Heide,</b> Direktor des Museion, schreibt in seiner Einführung über den besonderen, Vallazzas Bildhauerkunst auszeichnenden, Umgang mit Zeit. Den Skulpturen wohnt die Möglichkeit der Verwandlung inne. Fasziniert streicht Bart van der Heide das „dynamische Wechselspiel“ heraus, das den Betrachtenden auffordert, „seine eigenen Geschichten einzubringen“. Eine Eigenschaft, die den Skulpturen große Modernität in unserer und jeder künftigen Zeit garantiert. In einem Rahmenprogramm werden Mitglieder der Tanzcompanie Abbondanza/Bertoni mit einem der Totems interagieren. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007045_image" /></div> <BR />Nach seinen Anfängen als Maler wandte sich Adolf Vallazza in den 60er Jahren der Bildhauerei zu. Die in der Passage neben den Skulpturen präsentierten Zeichnungen und Skizzen geben Zeugnis von der Auseinandersetzung mit den skulpturalen, körperhaften Formen, vom Weg des Bildhauers hin zu immer stärkerer Reduktion. „Reduzieren, immer mehr reduzieren…“ wird der anwesende Künstler mit seinem künstlerischen Credo anlässlich der Eröffnung zitiert. Vordringen zu dem, worauf es ihm in seiner Kunst ankommt. Die Hommage für Adolf Vallazza anlässlich seines 100. Geburtstags wird von der Museion Passage Gruppe in Zusammenarbeit mit dem Archivio Vallazza kuratiert.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007048_image" /></div> <BR /><h3> Vita Adolf Vallazza</h3><BR />Der Künstler wurde 1924 in St. Ulrich in Gröden (Bz) als Sohn eines<BR />Kunstschmieds und der Tochter des Malers Josef Moroder Lusenberg geboren. In den 1960er-Jahren zeigte er seine Werke in ersten Ausstellungen in Mailand, Turin und Venedig. Kritiker wie Giorgio Mascherpa, Garibaldo Marussi, Giuseppe Marchiori, Paolo Viti und andere suchten sein Atelier auf, publizierten über ihn und luden ihn zu verschiedenen Ausstellungen ein. Zudem entstand in den 1970er-<BR />Jahren eine freundschaftliche und berufliche Beziehung zu dem Fotografen Gianni Berengo Gardin. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007051_image" /></div> <BR /><BR /><BR />In den 1990er-Jahren wurde Vallazza von Fred Licht, dem damaligen Kurator der Peggy Guggenheim Foundation, zur Teilnahme an diversen<BR />Skulpturenausstellungen in Florenz, Turin, Padua und Palermo eingeladen. Im Jahr 2010 zeigte er seine mythischen Throne in der Gruppenausstellung „Keep your seat“, die der Kurator Danilo Eccher in der GAM (Galleria Nazionale di Arte Moderna e Contemporea) in Turin präsentierte. Darüber hinaus war Vallazza in zahlreichen Ausstellungen in Burgen, Kirchen und weiteren historischen Gebäuden im In- und Ausland vertreten. Seit 2016 sind seine Totems, Fabelwesen, Menhire und Throne in dem neuen Showroom in St. Ulrich in Gröden zu sehen und werden von Bewunder, Kritikerinnen und Sammler aus der ganzen Welt<BR />aufgesucht.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007054_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><Fett>Termin:</Fett> Die Ausstellung ist bis zum 2. Juni in der Museion Passage zugänglich.<BR /><BR /><h3> Rahmenprogramm</h3><BR /><Fett>9.5.:</Fett> Tanzperformance in den Ausstellungsräumen. Präsentiert wird<BR />ein Ausschnitt aus „Duel“, einer Performance der Compagnia<BR />Abbondanza/Bertoni in Koproduktion mit Bolzano Danza Tanz Bozen, die 2014 ihre Premiere hatte. Die Performance sieht zwei Tänzer auf<BR />der Bühne als Adam und Eva in Interaktion mit einem der großen Totems<BR />von Adolf Vallazza.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007057_image" /></div> <BR /><BR /><b>Filme:</b><BR />Während der gesamten Dauer der Ausstellung besteht die Möglichkeit, in der Infolounge des Museion 2 Dokumentarfilme über den Künstler<BR />anzusehen: Der Erste wurde von Rai Südtirol in deutscher Sprache und der zweite von Lucio Rosa, dem kürzlich verstorbenen großen Fotografen und Dokumentarfilmer, in italienischer Sprache gedreht.