Fast vierzig Jahre nach seinem Tod widmet der Südtiroler Künstlerbund seinem Mitglied, dem Künstler Hans Ebensperger, im Stadtmuseum von Bruneck eine Ausstellung. Ebensperger stammte aus Prad im Vinschgau, verbrachte dort seine Kindheit und übersiedelte dann mit der Mutter nach Österreich. Er besuchte von 1948 -1952 die Akademie der Bildenden Künste in Wien und war anschließend als freischaffender Künstler in Meran tätig. Nach einem weiteren Studium an der Technischen Hochschule in München erhielt er mehrere Aufträge zurAusführung von Arbeiten, u.a. für das Privathaus von Karl Nicolussi-Leck in Frangart, für das Schulhaus in Hochfilzen bei St. Johann in Tirol, für die beiden Hotels Oberwirt und Nörder in Marling. In vielen Einzelausstellungen zeigte er sein umfangreiches Werk. Dieses ist von einer intensiven Auseinandersetzung mit der Landschaft geprägt. Ebensperger malte nicht nach der Natur, sondern war stets auf der Suche nach dem inneren Bild. „Das Ding an sich – was mir der Stein, der Strunk oder der Baum bedeutet“ - wollte der Künstler in immer wieder neuen Formen und Farben ausdrücken. Das Zusammenspiel von Material, Papier oder Leinen spielt dabei ebenso eine große Rolle wie die ganz persönliche Sicht auf die Landschaft. Besonders jene des Vinschgaus, die er in vielen Wanderungen erkundete, bildet einen Schwerpunkt in der kurzen Schaffenszeit des Künstlers (1929-1971).Die Ausstellung in Bruneck zeigt ausschließlich Werke aus Privatbesitz, die zum Teil kaum in der Öffentlichkeit zu sehen waren. Den Schwerpunkt bilden die Landschaften, daneben sind auch einige Aktbilder zu sehen. Dabei erkennt man den Bruch des Künstlers mit der Tradition und seine Suche nach formalen Neuerungsansätzen. Die Abbildung der Wirklichkeit tritt zugunsten von Farbflächen zurück. Mit diesem informellen Werk gehört Hans Ebensperger mit Peter Fellin und wenigen anderen zur künstlerischen Avantgarde in Südtirol. Eva Gratl