Sonntag, 16. Februar 2020

„Lalalala“: Letzter Schliff für die Opernball-Debütanten

Die Opernballdebütanten müssen am 20. Februar nicht nur perfekten Linkswalzer beherrschen.

Am Donnerstag heißt es wieder „Alles Walzer“ in Wien.
Am Donnerstag heißt es wieder „Alles Walzer“ in Wien. - Foto: © APA / HERBERT P. OCZERET
Zum ersten Mal werden die 144 Paare bei der Eröffnungschoreografie auch eine Gesangseinlage bieten - diese ist mit „Lalalala“ zwar textlich nicht besonders schwierig, vorsichtshalber wurde bei der Generalprobe am Sonntag aber der Vize-Leiter des Staatsopernchors, Martin Schebesta, hinzugezogen.

Der Auftritt der Debütanten liegt zum zweiten Mal ganz in der Hand der oberösterreichischen Tanzschule Santner. Nach der ersten Hebefigur bei der Eröffnung 2019 hält auch die diesjährige Choreographie eine Neuerung bereit: Erstmals werden Debütanten im Chor mitsingen - und zwar eben „Lalalala“ bei der Bauernpolka von Johann Strauß. Dies ist durchaus herausfordernd: „Man unterschätzt das mit dem gleichzeitigen Tanzen, aber sie machen es sehr gut“, sagte Maria Santner der APA.

Besucher sollen zum Mitsingen bewegt werden

Das geheime Ziel von Opernball-Organisatorin Maria Großbauer ist, auch die Besucher des Opernballes zum Mitsingen zu bewegen. „Es sind ja auch ein paar Sänger darunter und der Text ist international“, meinte Großbauer.

Unter den Debütanten aus insgesamt 11 Ländern ist erstmals ein gleichgeschlechtliches Paar - in Reihe 18. Sophie Grau wird im Frack eröffnen, ihre Tanzpartnerin Iris Klopfer im weißen Kleid. Die 21-Jährige sieht sich nicht hauptsächlich als Frau, sondern als „nicht-binäre Person“ (Menschen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet fühlen, Anm.). Ihre Mit-Debütanten hätten das zunächst nicht registriert, über diese Reaktion hätten sie sich sehr gefreut, sagten die beiden langjährigen Schulfreundinnen der APA. „Als wir es ihnen gesagt haben, haben die anderen sehr gechillt reagiert, sie finden das alle super“, sagte Klopfer bei der Tanzprobe.

Wer im Kleid tanz, ist noch unklar

Überrascht waren die beiden aber vom großen Medienandrang. „Bei der Probe heute hatte ich Angst, auf eine Kamera zu treten“, berichtete Grau. Das ein queeres Paar eröffnen darf, „soll eigentlich nichts Besonderes sein“, betonte Grau. Dennoch „muss jemand der Erste sein“, sagte die 21-Jährige. Jeder könne beim Tanzen das Führen lernen, sagte die junge Deutsche. Außerdem hänge es nicht davon ab, „was man in der Hose hat“.

Wer von beiden im Frack und wer im Kleid eröffnen wird, sei von Anfang an klar gewesen. Grau trägt einen Kurzhaarschnitt. Für die Tiara hätte sie sich länger vorbereiten und die Haare wachsen lassen müssen, sagte die Deutsche lachend.

apa