Donnerstag, 07. Juni 2018

Lehrlingspakt: Wieder mehr Lehrverträge

Vor 3 Jahren wurde der Lehrlingspakt gestartet, mit dem Ziel, die duale Ausbildung in Südtirol zu stärken. Am Donnerstag konnte eine positive Bilanz gezogen werden.

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Foto: © shutterstock

„Die duale Ausbildung ist ein Erfolgsrezept“, betonte Bildungslandesrat Philipp Achammer, der den Lehrlingspakt lanciert und vorangetrieben hatte.  Am Donnerstag wurde ein formeller Abschluss zelebriert, denn die Maßnahmen laufen weiter.

Entlastung der Ausbildungsbetriebe

Ein Augenmerk wurde im Lehrlingspakt auf die Entlastung der Lehrbetriebe gelegt, um ihre Leistung als Ausbildungsbetriebe zu honorieren. Diese können Bonuspunkte bei Wettbewerben für die Bezuschussung von Investitionen oder bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen erhalten, sofern die ausschreibende Behörde es vorsieht. Weiters ist die für die Mitarbeiter verpflichtende Grundausbildung in Arbeitssicherheit, die für die Betriebe eine Belastung darstellt, in den Unterricht der Berufsschule integriert. Auch können Arbeitgeber und Ausbilder von Lehrlingen kostenlos Beratung durch erfahrene Experten in Anspruch nehmen. Nicht zuletzt hat kürzlich die Landesregierung beschlossen, den Unternehmen eine Prämie nach Abschluss eines jeden Lehrvertrags auszuzahlen, die Landesabteilung Wirtschaft arbeitet zurzeit an den Kriterien für die Umsetzung dieser Fördermaßnahme. Und schließlich erhalten die Unternehmen die Plakette „Wir bilden Lehrlinge aus“, um ihr Engagement auch in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

Wertigkeit der Lehrlingsausbildung wurde angehoben

Innovative Berufsfelder wie jenes des Fachinformatikers wurden gesucht und eingeführt – diese Lehre ist ab im Juli 2018 möglich. Dem Lehrlingspakt ist auch eine Lehrlingsmappe zu verdanken: Darin halten die Auszubildenden ihre Lernfortschritte im Betrieb fest und besprechen diese dann mit dem Ausbilder und den Berufsschullehrern.

So wie es bei den Maturanten seit Jahren Tradition ist, sind im Jänner 2018 auch die besten Absolventen einer Berufsausbildung zum 1. Mal feierlich ausgezeichnet worden. Zudem sind die Absolventen einer 4-jährigen Lehre seit dem Schuljahr 2017/18 erstmals direkt zum 5. Jahr an der Berufsschule zugelassen. In einem Monat werden die ersten 5 Gesellen nach einem Jahr Berufsschule in Vollzeit zur Matura antreten. Als Erfolg ist auch die Aktion „Hole deinen Lehrabschluss nach!“ anzusehen, mit der rund 100 Südtiroler ihren Berufsschulabschluss im zweiten Anlauf bestanden, nachdem einige diesen gar nicht mehr im Visier hatten.

Die Zahl der Lehrverträge hat ihr Soll erreicht

Im Jahr 2015 war die Anzahl der Lehrverträge von 3539 im Vorjahr um 55 gesunken. Ziel des Lehrlingspaktes war es, diese Entwicklung umzukehren und die Anzahl wieder etwa auf das Niveau von 2014 zu bringen. Mit Erfolg: Im Jahr 2017 konnten wieder 3534 Lehrverträge abgeschlossen werden. Zuwächse sind gegenüber den Vorjahren besonders im Gastgewerbe und in der Bauindustrie zu verzeichnen. Mit Abstand am meisten Lehrlinge werden trotzdem nach wie vor im Handwerk ausgebildet.

2017 gab es 70 männliche Lehrlinge mehr als 2014. Rückläufig ist hingegen weiterhin die Zahl der Lehrmädchen (-75 seit 2014). Das sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass die traditionelle Lehre im Einzelhandel gegenüber der vom Staat vorgesehenen berufsspezialisierenden Lehre, die keine Ausbildung zur Fachverkäuferin darstellt, an Zuspruch verloren hat.

lpa

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stol