Donnerstag, 10. Oktober 2019

Leopold-Reiterstatue nach Restaurierung zurück in Innsbruck

Die Leopold-Reiterstatue, die 2015 zur Restaurierung nach Wien in das Kunsthistorische Museum geschickt wurde, ist nach Innsbruck zurückgekehrt. Insgesamt hat ein sechsköpfiges Team im Zeitraum von 2015 bis 2018 rund 700 Arbeitsstunde in das frühbarocke Reiterdenkmal des Bildhauers Caspar Gras gesteckt.

Bevor er wieder auf seinen Statuensockel in Innsbruck gehievt wurde, war Erzherzog Leopold auf seinem Pferd ein beliebtes Fotomotiv.
Bevor er wieder auf seinen Statuensockel in Innsbruck gehievt wurde, war Erzherzog Leopold auf seinem Pferd ein beliebtes Fotomotiv. - Foto: © zeitungsfoto.at

Erzherzog Leopold V und sein Pferd waren 2015, das wurde im Gespräch mit der leitenden Restauratorin Elisabeth Krebs rasch deutlich, in einer nicht unbedingt optimalen Verfassung. „Viele Stellen waren offen und es gab Flicken, die herausgefallen sind“, meinte Krebs am Donnerstag gegenüber der APA. Zudem habe es „Fehlstellen“ gegeben und linker Zügel samt Riemen mussten ergänzt werden, so Krebs. Darüber hinaus seien einige Nieten lose gewesen, was die Gefahr, dass etwas abreiße oder verloren gehe, erhöht habe, berichtete sie.

Ornamentik wurde mit Skalpellen mühsam gereinigt

Nicht zuletzt habe es eine Sinterschicht, eine Art dicke Kruste, an der gesamten Oberfläche der Statue gegeben. „Diese hat die Ornamentik zugedeckt“, berichtete Krebs. Diesbezüglich rückte man mit Skalpellen an. „Ein Geduldsspiel“, sagte Krebs zu diesen Arbeiten. „Zum Glück habe ich viele Frauen im Team“, meinte sie dazu leicht scherzhaft. Eine weitere Herausforderung sei es darüber hinaus gewesen, die Patina des Denkmals zu erhalten und ebenjene bei ergänzten Teilen chemisch neu zu „patinieren“.

Nicht nur wegen dieses Restaurierungsaufwandes, sondern vor allem wegen der emotionalen Aufgeladenheit der Statue, die viele Jahre wie selbstverständlich zum Innsbrucker Stadtbild gehört hatte, war die Freude angesichts ihrer Rückkehr groß. Bürgermeister Georg Willi (Grüne) sprach von einem „Ereignis“, da nunmehr das „wertvolle Objekt“, umgeben von Musik und Kultur, vor dem neuen „Haus der Musik“ wieder an ihrem „richtigen Ort“ sei.

„Ein weltbedeutendes Reiterdenkmal“

Den kunsthistorischen Wert strich hingegen Veronika Sandbichler, Direktorin von Schloss Ambras, hervor. „Diese Reiterstatue ist aufgrund der damaligen gusstechnischen Leistungen ein weltbedeutendes Reiterdenkmal“, betonte sie. „Eine alte Dame hatte beim Aufbau am Dienstag Tränen in den Augen“, erzählte sie im Anschluss und sprach damit der Leopold-Rückkehr auch eine Gefühlsebene zu.

Rückkehr nach Innsbruck nicht selbstverständlich

Zunächst war unklar, ob Erzherzog Leopold jemals nach Innsbruck zurückkehren wird. Denn nach Beendigung der Arbeiten weigerte sich das Kunsthistorische Museum in Wien als Eigentümer, die Statue, deren Wert sich auf etwa 12 Millionen Euro beläuft, wieder zurückzuschicken – mit dem Verweis auf ungeklärte Versicherungsfragen. Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne) hatte darauf erklärt, dass die Versicherungssumme für die Stadt viel zu hoch sei. Letztendlich kam man aber doch noch zu einer Einigung.

apa