Dienstag, 14. Januar 2020

Astrid Lindgrens Nachfahren starten Kampagne für Mädchen in Not

Mit der Kraft des stärksten Mädchens der Welt für Kinder in Not: Astrid Lindgrens Nachfahren machen zum 75. Geburtstag von Pippi Langstrumpf auf die prekäre Lage von Mädchen auf der Flucht aufmerksam.

Die Nachfahren der 2002 gestorbenen Astrid Lindgren starten eine Kampagne für Mädchen in Not.
Die Nachfahren der 2002 gestorbenen Astrid Lindgren starten eine Kampagne für Mädchen in Not. - Foto: © dpa

Das nach der schwedischen Schriftstellerin benannte Familienunternehmen rief am Dienstag gemeinsam mit der Kinderhilfsorganisation Save the Children die Kampagne „Pippi of Today“ (Pippi von heute) ins Leben.

75 Jahre nach der Erstveröffentlichung eines Pippi-Langstrumpf-Buches in Schweden soll damit das Bewusstsein für die vielen Millionen Mädchen geschärft werden, die weltweit wegen Konflikten, Gewalt und anderer Probleme ihre Heimat verlassen müssen.

„Pippi ist mehr als bloß ein lustiges Mädchen“, sagte Lindgren-Enkel und Unternehmenschef Olle Nyman der Deutschen Presse-Agentur.

„Sie ist eines Tages alleine in eine neue Stadt gekommen, musste dort ein neues Leben finden und hat das geschafft. Heute sind so viele Mädchen in derselben Situation, dass sie ebenfalls in eine Stadt kommen und dabei nicht ihre Eltern bei sich haben.“

Sie seien die „Pippis von heute“ – daher der Name der Kampagne. Diesen Mädchen solle Pippis Stimme geliehen werden, sagte Nyman. Neben Aufmerksamkeit für die Lage der Mädchen geht es den Lindgren-Nachfahren auch darum, Spenden für die Arbeit von Save the Children für die Betroffenen zu sammeln.

Astrid Lindgren hatte bis zu ihrem Tod 2002 ein großes Herz für Kinder gehabt und sich zudem für Gewaltfreiheit und Minderheiten eingesetzt. Ihre Tochter Karin Nyman hatte sich den Namen Pippi Langstrumpf einst ausgedacht. Auf die Frage, was ihre Mutter über die heutige Welt denken würde, sagte sie der dpa: „Ich denke nicht, dass sie glücklich wäre. Ich glaube, sie würde sich ziemlich verzweifelt fühlen, wenn sie das erleben müsste, was wir gerade erleben. Es ist schön, dass sie das nicht muss.“

Im Jahr 1945 war erstmals ein Pippi-Langstrumpf-Buch in den schwedischen Handel gekommen. Seitdem wurden die drei Pippi-Bücher von Lindgren in 77 Sprachen übersetzt, knapp 65 Millionen Exemplare wurden weltweit verkauft. Besonders in Deutschland fand Pippi Langstrumpf Millionen Fans.

Zum 75-Jahr-Jubiläum sind laut Olle Nyman nun zahlreiche Aktionen in Schweden, Deutschland und weiteren Ländern geplant, viele davon rund um den 21. Mai, Karin Nymans Geburtstag.

dpa

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