Donnerstag, 03. Oktober 2019

Ausgelaugte Natur: Wie behandelt Südtirol seine Ökosysteme?

Wie können in Zeiten der Übernutzung von Rohstoffen, Boden, Luft, Wasser und Energie, des Klimawandels und des Artenschwundes Ressourcen nachhaltiger nutzen und verbrauchte Ressourcen wiederhergestellt werden? Und wie renaturiert Südtirol die eigenen Ökosysteme da? Darum geht es in einem Buch, das am Donnerstag im Naturmuseum vorgestellt wurde.

Die totale Aufräumung der Wälder nach dem Windwurf könnte negative Folgen haben, glaubt Prof. Stefan Zerbe.
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Die totale Aufräumung der Wälder nach dem Windwurf könnte negative Folgen haben, glaubt Prof. Stefan Zerbe. - Foto: © W. Schullian

Umfassende, schnelle und effiziente Klimaschutz-Maßnahmen fordert seit einem Jahr die Fridays for Future-Bewegung.

In dieselbe Richtung geht Stefan Zerbe mit seinem kürzlich erschienenen interdisziplinären Fachbuch „Renaturierung von Ökosystemen im Spannungsfeld von Mensch und Umwelt“, das am Donnerstag im Naturmuseum Südtirol in Bozen vorgestellt wurde.

„Im Lichte der heutigen Umweltprobleme ist die Renaturierung von Ökosystemen eine Pflicht, da das Überleben des Menschen von einer funktionsfähigen Umwelt abhängig ist,“ so der Professor an der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik an der Freien Universität Bozen und Leiter der Arbeitsgruppe für „Interdisziplinären Landschaftsökologie“ an der Uni.

In seinem Buch zeigt er eine mögliche Antwort auf, wie Rohstoffe, Boden, Luft, Wasser und Energie für die Bedürfnisse der Bevölkerung so dauerhaft genutzt werden können, dass sich Lebewesen und Ökosysteme weiterhin regenerieren können, sprich, dass sie so erhalten bleiben, wie sie sind.
Zerbe erläutert zudem, wie bereits verbrauchte Ressourcen wiederhergestellt werden können.

Und wie steht Südtirol in Sachen Renaturierung von Ökosystemen da?
Zerbe zählte auf der Pressekonferenz einige positive Aspekte auf, wie etwa die Renaturierung von Flussläufen und Lärchenwiesen. Er kenne aber auch negative Beispiele, wie zum Beispiel die mangelnde Renaturierung von artenreichen Almwiesen und von Seen sowie die fast totale Aufräumung der beschädigten Wälder nach dem Windwurf von Ende Oktober 2018, die laut Zerbe mittel- und langfristig Probleme verursachen werde.

liz