Mittwoch, 9. März 2022

Bläserklänge in der Talferstadt

Die Themenpalette der Zeitschrift „Der Schlern“ im März reicht von den Auftritten der k. (u.) k. Militärmusik in Bozen über die Frage nach der Verwandtschaft zwischen Michael und Friedrich Pacher bis hin zur Erinnerung an Bischof Reinhold Stecher.

Das Cover der März-Ausgabe der Monatszeitschrift für Südtiroler Landeskunde, „Der Schlern“. - Foto: © der Schlern

Im ersten Aufsatz der Märzausgabe geht es um die Rolle der k. (u.) k. Militärmusik im öffentlichen Leben von Bozen im Spiegel der lokalen Presse. „Zwischen Tag-Reveille und Zapfenstreich“ – mit diesem Titel ist der Aufsatz von Klaus Bragagna überschrieben. Die Militärkapellen trugen ein Stück des Glanzes von Wien in die Teile der Donaumonarchie und in die Welt. In Bozen sind solche Auftritte seit dem Oktober 1841 bezeugt. Damals wurden zwei Kompanien des 1. Kaiserjäger-Bataillons einschließlich der Musikbande nach Bozen verlegt. Die ersten Auftritte fanden statt, um des Kaisers Geburtstag zu feiern, daraus wurde dann regelmäßig ein Volksfest.

Diese Regimentskapellen erfüllten vielfältige musikkulturelle Aufgaben, sie traten bei kirchlichen Anlässen auf, in den Theatern, bei Platzkonzerten und waren auch bei Bällen gern gesehen.

Klaus Bragagna hat seine Ausführungen auf Zeitungsberichte aus dieser Zeit aufgebaut und zahlreiche Quellen ausgewertet. So schrieb etwa die „Bozner Zeitung“ am 31. August 1861 über den Auftritt des Infanterieregiments Nr. 63, „Wilhelm III. König der Niederlande“:
Wenn die Musik mehr als die übrigen Künste auf die Verschönerung des Lebens Anspruch hat, so müssen wir gestehen, daß bei uns mit der Musikbande des löbl. k. k. Infanterieregimentes König Wilhelm der Niederlande ein neues Leben eingezogen ist. In kurzer Zeit wurde diese so tüchtig herangebildet, daß sie nun Vortreffliches leistet; ein Beweis, daß das Publikum, sei es bei einer Platzmusik, sei es im Garten des Herrn Cafetier Tschugguel oder bei anderen Gelegenheiten sich freudig herandrängt, um sich an diesen trefflichen Klängen zu ergötzen. Wir können daher einen längst gehegten Wunsch unseres Publikums nicht unterdrücken, den innigsten Dank auszusprechen für die so freigebig gewährten Genüße, die die ausgezeichnete Musikbande verschafft, und wenn das ehemalige Einst mit der Gegenwart verglichen wird, die früher eingenistete Langweile aus unserem Städtchen verbannt und ein lebendiges fröhliches Leben hervorgerufen zu haben.

Im zweiten Beitrag versucht der Historiker Alexander von Hohenbühel die Frage nach der Verwandtschaft der beiden bildenden Künstler Michael und Friedrich Pacher zu klären. Grundlage dafür bildet ein Dokument, das im Diözesanarchiv in Brixen gefunden wurde.

Um den beliebten Bischof der Diözese Innsbruck, Reinhold Stecher, geht es im Beitrag von Josef Gelmi: Er beleuchtet die Ära Stecher aus der Perspektive des Kirchenhistorikers und versucht eine Einordnung des Wirkens des bedeutenden Bischofs. Der Aufsatz ist mit dem Titel „Leben und Wirken von Bischof Reinhold Stecher im kirchenpolitischen Kontext“ überschrieben.

4 Schlernmitteilungen runden die Ausgabe ab: Edmund Dellago analysiert die Vorkommen von Ortsnamen von Gröden und Umgebung in alten Landkarten. Heinrich Hofer geht der Frage nach, ob der Jaufenklamm Teil des Jakobswegs ist. Johannes M. Vilanek stellt den Hausaltar mit dem hl. Romedius von Johann Nepomuk Giner vor, und Armin Mutschlechner schließlich hat sich in Brixen auf Spurensuche begeben: Er sucht nach Quellen zur bekannten Fotografenfamilie Largajoli.

Bestellen: www.athesiabuch.it

bea

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