Vietnam träumt den Traum vom Tigerstaat und bespricht sich mit den Ahnen, damit das Unterfangen gelingen möge. Von den altbekannten Agitprop-Plakaten grüßt noch immer ein gütiger Onkel Ho, aber die Stadtjugend zieht Bill Gates vor. Erstmals wächst in Vietnam eine Generation heran, die keinen Krieg erlebt hat und auch nicht ständig daran erinnert werden will. Die USA, der Feind von einst, ist zum wichtigsten Handelspartner Vietnams geworden. Längst ist der US-Dollar eine Parallelwährung zum Dong und Coca Cola eine ernsthafte Konkurrenz zum Grünen Tee.Das Land hat sich geöffnet und sucht seinen Weg zwischen freier Marktwirtschaft und autoritärem Einparteiensystem. Ein Drahtseilakt, den die Reisebilder und Reportagen dieses Buches veranschaulichen wollen. Sie führen an Orte abseits der üblichen Reiserouten und erzählen von Menschen, die für das traditionelle Vietnam ebenso stehen, wie für das Land, das versucht, die vielen verlorenen Jahre wettzumachen. Solchen Menschen begegnete ich zum Beispiel im Dorf der Freundschaft nahe Hanoi. Hier wohnen Kinder, Jugendliche, Alte, die ein gemeinsames Schicksal verbindet: Sie leiden an den Spätfolgen von Agent Orange.Im Dorf der Freundschaft, ist der Kampf noch lange nicht beendet, der Kampf für ein menschenwürdiges Leben und etwas Gerechtigkeit. „Du kannst etwas verändern“ – das ist der Leitspruch jener, die sich für diese Einrichtung engagieren. Jeder von uns kann dazu beitragen, dass sich etwas verändert.Reisebilder und ReportagenLesung mit Robert Asam im Theater in der Altstadt Meran: Fr. 7. 3. um 20.30 Uhr