Donnerstag, 15. September 2016

Churburger Archiv in Südtiroler Hand

Das Churburger Archiv, welches als das bedeutendste Adelsarchiv in Südtirol gilt, wurde kürzlich vom Land erworben. Seit einigen Tagen befindet es sich im Landesarchiv.

Foto: © LPA

Bisher war das Archiv auf der Churburg lediglich in den Sommermonaten zugänglich – nun, nach der Übernahme durch das Landesarchiv, kann es das ganze Jahr über eingesehen werden. Die Überlieferung im Archiv reicht vom 12. bis in das 20. Jahrhundert und strahlt weit über den engeren Tiroler Raum hinaus.

„Dieses überregional bedeutende Adelsarchiv wird nun als wichtiges Kulturgut unseres Landes für die Nachwelt erhalten und die wertvollen Archivalien können wissenschaftlich aufgearbeitet werden", sagt der für die Denkmalpflege zuständige Landesrat Florian Mussner.

Für Südtirol bedeutende Familien

Dokumentiert wurden unter anderem die Herrschaftsbildung und die Familiengeschichte der 1504 im Mannesstamm ausgestorbenen Vögte von Matsch. Diese hatten Besitze im Vinschgau, im Oberen Veltlin, im Puschlav, im Unterengadin, im Münstertal sowie in Churrätien. Die Vögte waren bis zu ihrem Aussterben die führende Familie des Tiroler Adels.

Auch Daten der dem steirischen Uradel entstammende Ritter, Reichsfreiherren und Grafen Trapp wurden gesammelt. Die Familie Trapp wanderte Mitte des 15. Jahrhunderts nach Tirol ein und erwarb das Gericht Caldonazzo, das Castel Campo, die Burg Beseno, die Pfandherrschaft Ulten sowie über eine Heiratsverbindung mit den Matschern deren tirolische Lehen.

„In ihrer über Jahrhunderte ausgeübten Funktion als Burg- und Gerichtsherren hinterließen die Trapp im Trentino und im Vinschgau tiefe Spuren und sind bis heute in der kollektiven Erinnerung sehr präsent“, sagt Pfeifer. „Die Geschichte beider für unser Land so bedeutenden Familien findet im Churburger Archiv ihren eigentlichen Niederschlag“, erklärt der Vize-Direktor des Landesarchivs Gustav Pfeifer.

stol/kt

stol