Antonia Perkmann Stricker hat 20 Jahre dokumentiert, wie das Schulleben in der Volksschule Waldberg war.<BR /><BR />Mit viel Liebe erzählt sie vom mitunter harten Alltag, von Kindern die nicht am Unterricht teilnehmen konnten, weil jede helfende Hand zu Hause gebraucht wurde oder weil es zu viel geschneit hatte. Da geht es um Feiern zu Nikolaus genauso wie um Rodelausflüge, um Italienischstunden genauso wie um Handarbeitsstunden. Das Tagebuch von Antonia Perkmann Sticker bringt Zahlen zum Schulbetrieb genauso wie liebevolle Beobachtungen der Entwicklung der Kinder. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="725822_image" /></div> <BR /><BR />Albin Pfitscher hat sich dieser Chronik angenommen, sie transkribiert und damit für den Erhalt der wertvollen Aufzeichnungen gesorgt. Die Volksschule Waldberg in Martell wurde im Jahr 1980 aufgelassen, da nur noch 2 Kinder diese Schule besuchten. Die Chronik wurde dann beim Durchsehen verschiedener Schriften im Haus des Valentin Spechtenhauser in der Nachbarschaft der Schule gefunden. Antonia Perkmann Stricker lebt heute im Seniorenheim Nikolaus von der Flüe in Schlanders. Sie war auch viele Jahre in der Gemeinde tätig und war die erste Vizebürgermeisterin Südtirols und hat sich auch sonst um gewissenhafte Chronistenarbeit gekümmert. <BR /><BR /><BR />Das Tagebuch beginnt mit dem Herbst 1943 – damals kam Antonia Perkmann als Nachfolgerin von Maria Maschler in die Bergschule und wurde mit deren Leitung betraut. Sie hatte die kaufmännische Wirtschaftsschule in Bregenz besucht. <BR /><BR /><BR />Waren im ersten Jahr die Angaben eher technischer Natur, es ging um die Zahl der Schüler, Ferientage, ausgefallene Unterrichtstage, wird das Tagebuch im Jahr 1944 ausführlicher. <BR />So heißt es etwa: <BR /><BR /><BR />am 11. Dezember 44<BR />Heute sind nur einige Schüler gekommen, die in der Nähe wohnen. Freitag auf Samstag sind 50 cm Schnee gefallen, sodaß zu den entlegensten Höfen kein Weg noch geschaufelt ist. Auch haben in letzter Zeit viele Schüler gefehlt. Alle müssen nun beim Dreschen behilflich sein, weil ja die Männer fast alle einberufen worden sind. Desgleichen gilt bei der Abendschule. Die Tagschule muß nun erst um 8.30 Uhr begonnen werden. Überall ist Mangel an Beleuchtungsmaterial; die Kinder können also nicht so früh kommen.<BR /><BR /><BR />am 9.I.45 <BR />Heute erster Schultag im neuen Jahr. Gestern mußte ich mit meinem Bruder zum Bahnhof gehen, der auf Urlaub hier war. Infolgedessen entfiel gestern der Unterricht. In den Weihnachtsferien mußten feindl. Bomber Notwurf machen. Am 28. und am 29.12.1944 fielen insgesamt 8 Bomben in unseren Bergen. Eine auf unser entgegen gesetzten Seite. Viele Staniolblätter wurden gefunden. Die Schüler müssen immer wieder auf abgeworfene Sprengkörper aufmerksam gemacht werden.<BR /><BR /><BR />am 26.2.45 <BR />Heute ist Paula Gamper wegen Vollendung der 14 Jahre aus der Volksschule entlassen worden. Sie muß die Berufsschule besuchen. Die Kameradinnen gaben ihr recht hübsche Geschenke, verzierten die Bank und machten eine kleine Geburtstagsfeier. Als Andenken an die Schule bekam sie ein „Meraner Bilderbuch“.<BR /><BR /><BR />Das Tagebuch endet Oktober 1961. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="725825_image" /></div> Auf dem Titelbild findet sich ein Foto von einem Rodelausflug.<BR /><BR /><BR />Nachlesen kann man es in der Jänner-Ausgabe der Monatszeitschrift für Südtiroler Landeskunde, „Der Schlern“. Bestellen: www.athesia.it<BR />