Der Sprachwissenschaftler Hannes Scheutz von der Universität Salzburg widmet sich in seinen Forschungen vor allem der Sprache der Nähe: dem Dialekt. Derzeit arbeitet er an einem „sprechenden“ Dialektatlas für Südtirol. „Sprechend“ meint, dass dem Atlas eine CD beiliegen wird. Auf „einen Klick“ ist dann zu hören, wie ein und derselbe Begriff in unterschiedlichen Dialekten benannt beziehungsweise ausgesprochen wird. Dafür wurden an fünfzig Südtiroler Orten junge und ältere Menschen nach ihrem Dialektgebrauch befragt und jeweils über 600 Tonbeispiele aufgezeichnet. Welche Eigenheiten hat der Dialekt in Südtirol? Wie unterscheidet er sich in unterschiedlichen Orten und Tälern des Landes? Welchen Stellenwert hat er? Und wie verändert er sich? Sprechen junge und ältere Menschen noch dieselbe Sprache? Diesen Fragen geht der Sprachwissenschaftler Hannes Scheutz bei seinen Untersuchungen nach. Erste Einblicke in seine Forschungsergebnisse wird er bei dem Vortrag mit dem Titel „Dialekt in Südtirol heute“ geben, der von der Sprachstelle im Südtiroler Kulturinstitut in Zusammenarbeit mit der Cusanus Akademie organisiert wird. Als Dialektologe, der den Blick „von außen“ mitbringt, wird Hannes Scheutz die Situation in Südtirol auch mit Entwicklungen in anderen Regionen vergleichen. Das Ergebnis fällt durchaus positiv aus: „Natürlich sind auch in Südtirol die althergebrachten Dialektstrukturen in Veränderung. Der ökonomische und gesellschaftliche Wandel schlägt sich auch im sprachlichen Verhalten nieder. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass in weiten Bereichen die Dialektkenntnis und der Dialektgebrauch noch besser verankert sind als etwa in Bayern oder Österreich“, meint Hannes Scheutz. Der Vortrag „Dialekt in Südtirol heute“ mit Hannes Scheutz findet am Dienstag, 16. April um 20 Uhr in der Brixner Cusanus Akademie statt. Der Eintritt ist frei.