Hoppe wird den Preis am 27. Oktober in Darmstadt entgegennehmen. „In einer lakonischen und lyrischen, eigensinnigen und uneitlen Prosa hat sie ein erzählerisches Universum erfunden, in dem Grundfragen eines 'postmodernen' Daseins mit freier und befreiender Phantasie durchgespielt werden“, so die Begründung der Jury für ihre Wahl.Der Aufbruch in ihr vielstimmiges Werk habe 1996 mit „Picknick der Friseure“ seinen Ausgang genommen und erstrecke sich mittlerweile weit in die Welt der Abenteurer und der Hochstapler, der Entdecker und der Taugenichtse. Das Reisebuch Pigafetta (1999), der pikareske Roman Paradiese, Übersee (2003), die Porträtgalerie Verbrecher und Versager (2004), die moderne Legende von der heiligen Johanna (2006), die Neuerzählung des Ritterromans von Iwein Löwenritter (2008) und jüngst die fiktive Biografie Hoppe (2012) unterliefen virtuos die Grenzen von Wahrheit und Fiktion, Selbsterkenntnis und Rollenspiel, so die Jury: „Felicitas Hoppe fragt nach Möglichkeiten der Ich-Werdung, nach den Wundern und Verstrickungen der Sehnsucht, und lässt unaufdringlich metaphysische Horizonte aufscheinen.“Geboren wurde die neue Büchner-Preisträgerin am 22. Dezember 1960 in Hameln an der Weser. Ab 1980 studierte sie Literaturwissenschaft, Rhetorik, Religionswissenschaft, Italienisch und Russisch an den Universitäten in Hildesheim, Tübingen, Eugene/Oregon (USA), sowie in Berlin und Rom. Seit 1996 lebt sie in Berlin als freie Schriftstellerin. Zuvor hatte sie als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache gearbeitet und für verschiedene Feuilletons geschrieben.Bis heute hat Hoppe fünf Romane, Essays und mehrere Erzählbände vorgelegt, außerdem einige Veröffentlichungen zusammen mit Künstlern der Berliner Handpresse. Zuletzt erschien Anfang 2012 die Autobiografiefiktion Hoppe. Für ihr Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet, darunter 1997 mit dem Rauriser Literaturpreis oder 2004 mit dem Heimito-von-Doderer-Literaturpreis. 2007 war Hoppe Writer in Residence an der Universität Innsbruck.Als Büchner-Preisträgerin reiht sich Hoppe in eine prominente Reihe ein. Der erste Ausgezeichnete war 1951 Gottfried Benn, auch Erich Kästner (1957), Max Frisch (1958), Paul Celan (1960), Ingeborg Bachmann (1964) oder Thomas Bernhard (1970) finden sich unter den Preisträgern. Zuletzt wurden Josef Winkler (2008), Walter Kappacher (2009), Reinhard Jirgl (2010) und F.C. Delius (2011) geehrt.