Sonntag, 14. Oktober 2018

Friedenspreis für Ehepaar Assmann

Das Ehepaar Aleida und Jan Assmann hat am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegengenommen. Die beiden 71 und 80 Jahre alten Wissenschaftler werden für ihre Forschungen zur Erinnerungskultur von Gesellschaften ausgezeichnet – vom alten Ägypten bis zur Gegenwart.

Das Ehepaar erhielt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für ihre Forschungen zur Erinnerungskultur von Gesellschaften.
Das Ehepaar erhielt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für ihre Forschungen zur Erinnerungskultur von Gesellschaften. - Foto: © shutterstock

Die Kulturwissenschaftler hätten ein Werk geschaffen, „das für die zeitgenössischen Debatten und im Besonderen für ein friedliches Zusammenleben auf der Welt von großer Bedeutung ist“, begründete der Stiftungsrat den Preis. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert und wird seit 1950 traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse vergeben. Die Assmanns sind das zweite Ehepaar, das den renommierten Kulturpreis erhält. 1970 bekamen die beiden schwedischen Friedensforscher Alva und Gunnar Myrdal die Auszeichnung.

Die Laudatio hielt der Literaturwissenschaftler Hans-Ulrich Gumbrecht, ein persönlicher Freund der Assmanns. Bei dem Ehepaar sei die Leidenschaft füreinander nicht zu routinierter Partnerschaft oder Arbeitsteilung verkommen, hob er hervor. „Sie lieben sich, weil sie – auch in ihren intellektuellen Stärken und Gesten – so sehr verschieden sind, und dieses Ganz-Anders-Sein ist für sie auch im Alter ein Feuer geblieben, das dem Denken zweifache Energie gibt.“

dpa

stol