Heinz Peter Geißler, dessen Verse herbei kommen <i>„wie ein Haus eine Maus“</i> und der an einer Stelle schreibt: <i>„Es gibt Sätze, die ich gar nicht erst sag“</i> hatte etwas zu sagen...<b>Von Ferruccio Delle Cave</b><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1311441_image" /></div> <BR /><BR /><b>Herr Geißler, Sie sind nun Träger des Meraner Lyrikpreises 2026. Bei der Preisverleihung habe ich Sie beobachtet und es schien mir, dass Sie von der Entscheidung der Jury überrascht worden seien?</b><BR />Heinz Peter Geißler: Insgeheim habe ich es schon erwartet, in Meran einen Preis davontragen zu können. Auch die Rückmeldung eines Jurors zu meiner Lesung und zu meinen Gedichten war für mich mehr als ermunternd. Da fing ich an die Sache zu glauben, beruhigte mich aber gleich wieder und sagte zu mir, wart mal ab.<BR /><BR /><BR /><b>Werden Sie im Segment Lyrik weiterarbeiten? Oder changieren Sie zwischen Lyrik und Prosa?</b><BR />Geißler: Interessant ist, dass, wenn ich mir vornehme ein Gedicht zu schreiben, das wäre für mich viel zu pathetisch, viel zu viel! So funktioniert es bei mir auch nicht. Ich schreibe, ohne zu wissen, was am Ende herauskommt. Auch diese Gedichte sind im Laufe mehrerer Jahre entstanden, zuerst als Prosa, dann als Gedicht. Dann redigiere ich den Text und schau, was kann ich damit machen. Die Texte kommen aus der Prosa und sind aber dann eindeutig Gedichte. Als ich 2022 den Schwäbischen Literaturpreis bekam, war es tatsächlich andersherum. Da schrieb ich ein langes Gedicht und daraus entstand dann am Ende Prosa. So ist es bei mir tatsächlich oft. <BR /><BR /><BR /><b>Eine letzte Frage: Wie lange arbeiten Sie schon mit Literatur? Von der Literatur leben zu könne, ist so einfach nicht?</b><BR />Geißler: Es fing schon seit Jugendzeiten bei mir an. Ich habe als Kind schon Romane und Kurzerzählungen geschrieben, die zum Teil, wenn ich sie wieder anschaue, wunderschön sind. So begann meine literarische Tätigkeit, die ich auf jeden Fall auch so weiterführen will. <BR /><h3> Zur Person Heinz Peter Geißler</h3>Er studierte Philosophie an der Hochschule für Philosophie München mit Abschluss M. A. Er lebt in München und Cormoret/Schweiz und ist freiberuflich als Lektorats- und Redaktionsmitarbeiter für verschiedene Verlage tätig; unter der Namensvariante Peter Geißler veröffentlichte er Kinderbücher. 1997 erhielt er das Literaturstipendium der Landeshauptstadt München. 2022 gewann er mit seiner Kurzerzählung Unsere berühmte argentinische Stille den Schwäbischen Literaturpreis zum Thema „Lost Places. Verlorene Orte“. <h3> Lyrik und Prosa (Auswahl)</h3>Ich geh mir einen Vogel fangen. u. a. Engeler, Schupfart 2021;<BR /> grüne Tiefe. Engeler, Schupfart 2022,<BR /> schwarz das Fell die Schuppen die Haut. Engeler, Schupfart 2024; <BR />ich lieg in deiner Hand drin. Klingental, Basel 2025.