Mit einem Blick auf die russische Literatur wird in Lana die Reihe „Literaturen“ eröffnet, die die Frage beleuchtet, in welchem Verhältnis die Literatur zur Geschichte, auch zur Zeitgeschichte, steht und wie sie diese in Erzählung und Poesie verwandelt.Sankya, der jugendliche Held dieser mitreißenden Geschichte von Revolte, Liebe und Verrat, ist Mitglied einer militanten regimekritischen Gruppierung. Nach heftigen Krawallen in Moskau ist ihm die Sicherheitspolizei auf der Spur. Er flieht aufs Land und lebt vom spärlichen Gehalt der Mutter, die unter schlechtesten Bedingungen in einer Fabrik arbeitet und dem Leben ihres Sohnes völlig verständnislos gegenübersteht. Bald glaubt Sankya sich sicher und nimmt wieder Kontakt mit seiner Freundin auf – doch er gerät in einen Hinterhalt und wird verhaftet. Im Gefängnis wird er Opfer von Folter und Erniedrigung. Was Spiel war, ist plötzlich blutiger Ernst.Prilepin, der mit diesem sozialrealistischen Roman an Gorkis ›Mutter‹ anknüpft, kritisiert bestehende Verhältnisse und zeigt drastisch die Dynamik der politischen Radikalisierung und die fatalen Folgen von Gewalt.Durch Lesungen und Diskussionen gibt die Reihe "Literaturen" einen literarischen Blick auf Gesellschaften und Politik der unterschiedlichen Länder frei und reflektiert dabei auch Macht und Ohnmacht, Freiheit und Rolle der Literatur, speziell in Ländern, in denen die demokratischen Rechte und Strukturen nicht immer so gefestigt sind wie in den meisten westeuropäischen Staaten.Die Lesung findet am heutigen Freitag um 20 Uhr statt – mit Einführung und Gespräch von Erich Klein, dem Übersetzer des Romans.Buchtipp: Zakhar Prilepin: „Sankya“ (Matthes & Seitz Berlin 2013, aus dem Russischen von Erich Klein) stol