Mittwoch, 09. August 2017

„Inso Lantl lig ins unmeiglich am Heschzn“

Mit Gedichten gegen das in Vergessenheit Geraten der Tradition und der Geschichte Südtirols ankämpfen – das ist das Ziel der beiden jungen Pusterer Lukas Brugger und Aron Tasser. Mit ihrer Lyrik möchten sie vor allem jungen Mitbürgern die Kultur und das Brauchtum Südtirols näherbringen.

Aron Tasser und Lukas Brugger schreiben Gedichte über das Brauchtum und die Kultur Südtirols. - Foto: Die Gidenka
Aron Tasser und Lukas Brugger schreiben Gedichte über das Brauchtum und die Kultur Südtirols. - Foto: Die Gidenka

„Die Gidenka“ nennen sich die aus St. Peter im Ahrntal stammenden Freunde Lukas Brugger (17) und Aron Tasser (18). Seit einigen Monaten schreiben sie nun bereits Gedichte, wie „Bau sei isch net leicht“ oder „Fria“.

Fria.pdf 141,44 kB

Beide verbringen viel Zeit mit ihren Großeltern, die ihnen viele Geschichten aus ihrer Vergangenheit erzählen. „An gemeinsamen Nachmittagen haben wir uns ausgetauscht und viel über das Erzählte unserer Großeltern nachgedacht. So ist der Name ,Die Gidenka‘ entstanden“, erläutern Brugger und Tasser.

Soll nicht vergessen werden

Ziel ist es, dass die Geschichten von früher und die alten Traditionen, die heutzutage oft nur mehr selten ausgeübt werden, nicht in Vergessenheit geraten. Deshalb wollen sie ihre Gedichte besonders der jüngeren Generation schmackhaft machen.

„Wenn man nicht nachfragt, gehen das Wissen und die Geschichte des Landes verloren. Das wäre unheimlich schade. Junge Menschen sollen wissen, wo alles herkommt und angefangen hat“, betonen die zwei. „Inso Lantl lig ins unmeiglich am Heschzn“.

An alle Altersklassen gerichtet

Die Gedichte sind aber nicht nur an junge Menschen, sondern an alle Altersklassen gerichtet. Als Brugger und Tasser ihre Gedichte älteren Mitmenschen vortrugen, hatten diese große Freude damit. Solche Erfolgserlebnisse spornen die beiden jungen Pusterer zusätzlich an.

Im Fokus ihrer Gedichte befinden sich vor allem die Geschichten ihrer Großeltern, aber gerne schreiben sie auch über prägende Ereignisse in der jüngeren Geschichte Südtirols, etwa über die Katakombenschulen, die Weltkriege und die Italianisierung.

Momentan konzentrieren sich die beiden auf Südtirol, zeigen sich aber nicht abgeneigt, in nicht allzu ferner Zukunft auch über globalere Themen zu schreiben. „Wir sind diesbezüglich ganz offen. Wir schauen, welche Türen sich für uns noch öffnen werden“, sagen Brugger und Tasser.

20 Gedichte geschrieben

Bis jetzt haben die beiden etwa 20 Gedichte geschrieben – immer, wenn sie die Lust dazu gepackt hat. Dass sie Gedichte schreiben und nicht englischsprachige Songs oder Raps, ist nichts Alltägliches. Aber auch die Ausdrucksweise mittels eines Gedichtes soll laut den beiden jungen Burschen wieder neuen Aufschwung erfahren.

Worüber sie demnächst schreiben werden, sind sich Brugger und Tasser noch nicht sicher. Auf jeden Fall ein Gedicht im Themenbereich Natur und Berge.

stol/Melanie Mair

 

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