Montag, 20. Mai 2019

Israel erhält Manuskripte von Kafka-Freund Max Brod zurück

Israels Nationalbibliothek erhält aus Deutschland weitere Dokumente aus dem Nachlass des Kafka-Freundes Max Brod (1884-1968). An diesem Dienstag wollen Vertreter des deutschen Bundeskriminalamtes in der israelischen Botschaft in Berlin rund 5.000 Seiten aus Brods Privatarchiv an Israel übergeben.

Hier ist Kafka-Manuskript für "Der Prozess"zu sehen. - Foto: APA (AFP)
Hier ist Kafka-Manuskript für "Der Prozess"zu sehen. - Foto: APA (AFP)

Die Dokumente waren nach Angaben der Nationalbibliothek vor rund zehn Jahren in Tel Aviv gestohlen und nach Deutschland geschmuggelt worden, wo sie 2015 beschlagnahmt wurden. Die Manuskripte, darunter unveröffentlichte Passagen aus Brods Tagebuch sowie frühe Korrespondenz Brods mit seiner Frau, könnten weiteren Aufschluss über das Leben von Franz Kafka (1883-1924) geben, wie Stefan Litt, der zuständige Archivar der Nationalbibliothek, der dpa in Tel Aviv sagte.

Die Dokumente waren vermutlich aus der Wohnung der einstigen Sekretärin Brods, Esther Hoffe, in Tel Aviv gestohlen und unter anderem dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach zum Kauf angeboten worden. Nach einem Gerichtsverfahren in Wiesbaden wurden die Dokumente, Notizen und Korrespondenz dem Brod-Nachlass zugesprochen.

Brod hatte verfügt, dass nach seinem Tod sämtliche Manuskripte an seine Sekretärin Esther Hoffe gehen sollen. Nach ihrem Tod 2007 behielt ihre Tochter Eva den Nachlass von Kafka und Brod. Teile des Kafka-Nachlasses, darunter das Manuskript des Romans „Der Prozess”, gingen an Auktionshäuser und wurden für Rekordsummen versteigert. 2016 entschied Israels Oberstes Gericht, dass der gesamte Nachlass einschließlich Kafkas Manuskripten der Nationalbibliothek gehöre. Jüngst hatte ein Gericht in der Schweiz entschieden, dass weitere Teil des Nachlasses, die sich in Banksafes in Zürich befinden, ebenfalls an Israel übergeben werden müssen.

apa/dpa

stol