Samstag, 27. Februar 2016

Kritische „Mein Kampf“-Ausgabe wird zum Bestseller

Seit Erscheinen der kritischen „Mein Kampf“-Ausgabe Anfang Jänner wurde das Buch bereits rund 24.000 Mal verkauft.

Derzeit wird schon die dritte Auflage in den Handel gebracht. „Die Nachfrage ist durchaus da“, sagte eine IfZ-Sprecherin in München.

Das Institut hatte Adolf Hitlers Hetzschrift Anfang des Jahres nach jahrelanger Arbeit als kritische Edition auf den Markt gebracht. Aus Rückmeldungen des Buchhandels wisse das Institut, dass es in erster Linie von geschichts- und politikinteressierten Lesern gekauft werde, sagte die Sprecherin.

Adolf Hitlers Hetzschrift „Mein Kampf“

Nach seinem Umsturzversuch im November 1923 hat Adolf Hitler, in der Festung Landsberg inhaftiert, 1924 sein Buch „Mein Kampf“ geschrieben. Darin legte er seine politischen Ansichten und Pläne dar. Als fanatischer Antisemit war Hitler Anhänger der „Rassentheorie“, die Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich entstand und in rechtsnationalen Kreisen in mehreren europäischen Ländern viele Anhänger hatte.

In dieser Weltsicht war die sogenannte „arische Rasse“ – deren edelste Vertreter in Hitlers Weltanschauung die germanischen Völker waren – Begründer der menschlichen Kultur. Die Juden hätten eine „verderbliche Rolle in der Geschichte der Menschheit“ gespielt.

In der Hetzschrift sind die Grundlagen für Hitlers spätere Eroberungspolitik angelegt, wie manchen Gegnern Hitlers schon früh auffiel. Das Buch wurde zunächst aber von den demokratischen Parteien nicht ernst genommen. Der erste Band erschien im Juli 1925, der zweite folgte im Dezember 1926. Bis Herbst 1944 erreichte „Mein Kampf“ eine Auflage von 12,4 Millionen Exemplaren, dann gab es keine Neuauflage mehr. Die US-Militärregierung übertrug die Urheberrechte nach Kriegsende an den Freistaat Bayern. Die Urheberrechte liefen Ende 2015 aus, 70 Jahre nach dem Tod des Diktators.

dpa

stol