Sonntag, 11. November 2018

Meister des deutschen Poetry-Slam gekürt

Der Düsseldorfer Jean-Philippe Kindler ist neuer Meister im Poetry Slam. Er gewann in der Nacht zum Sonntag in Zürich das Finale der 22. Deutschsprachigen Meisterschaften. Der 22-Jährige überzeugte das Publikum mit zwei politischen Texten zur Me-Too-Debatte und zum Mindestlohn.

Beim Poetry-Slam entscheidet das Publikum über den besten vorgetragenen Text.
Beim Poetry-Slam entscheidet das Publikum über den besten vorgetragenen Text. - Foto: © shutterstock

Damit lag er im Trend: Sehr viele Texte befassten sich mit der Ungleichheit von Arm und Reich – und den Geschlechtern. Der Titel im Team-Wettbewerb blieb im Gastgeberland. Das Duo Interrobang, Valerio Moser und Manuel Diener, gewann zum zweiten Mal nach 2015 – frenetisch bejubelt vom Publikum in Zürich.

„Ich freue mich, dass die Deutschsprachigen Meisterschaften in einem Land sind, in dem man gar kein richtiges Deutsch spricht“, witzelte der Moderator des Team-Finales, Michel Abdollahi, am Freitag. Bei den Meisterschaften waren knapp 200 Künstler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Einzel- oder Teamwettbewerb angetreten.

Das Publikum entscheidet

Der Einzel-Meister Kindler sagte, sein Sieg habe ihn eher überrascht. „Ich hätte eigentlich gedacht, dass jemand aus der Schweiz gewinnt.“ Beim Poetry Slam tragen die Künstler selbst geschriebene Texte vor. Eine Publikums-Jury bewertet den Auftritt und schickt die Besten über mehrere Runden ins Finale. Dort entschied in Zürich der Applaus.

Nach Angaben der Veranstalter besuchten rund 15.000 Menschen das fünftägige Festival in Zürich. Die meisten kamen aus der Schweiz. Etwa zehn Prozent seien aus Deutschland und Österreich angereist, sagte ein Sprecher. Die nächste Meisterschaft im Poetry Slam wird 2019 in Berlin veranstaltet.

dpa

stol