Samstag, 07. Dezember 2019

Peter Handke: „Der ewige Friede ist möglich“

Der österreichische Literaturnobelpreisträger Peter Handke hat sich in seiner Nobelvorlesung mit einem zentralen Werk aus seiner Schaffenszeit auseinandergesetzt.

Die Auswahl von Schriftsteller Peter Handke als Preisträger für den Literaturnobelpreis 2019 hat Kontroversen ausgelöst.
Die Auswahl von Schriftsteller Peter Handke als Preisträger für den Literaturnobelpreis 2019 hat Kontroversen ausgelöst. - Foto: © APA/afp / JONAS EKSTROMER

Handke, dessen Auswahl als Preisträger für das Jahr 2019 eine hitzige Debatte ausgelöst hatte, richtete in seinem Vortrag am Samstag in der Schwedischen Akademie sein Hauptaugenmerk auf sein von einem Konflikt zwischen drei Geschwistern handelndes Werk „Über die Dörfer“. Darin sagt die Figur Nova den zentralen Satz: „Der ewige Friede ist möglich.“


„Spiele das Spiel. Sei nicht die Hauptperson. Such die Gegenüberstellung. Aber sei absichtslos. Vermeide die Hintergedanken. Verschweige nichts“, zitierte Handke aus dem 1981 erschienenen Drama.

Er sprach zudem über Erzählungen seiner Mutter („Mir ist, als sei ich jeweils ihr einziges Publikum gewesen.“), die letztlich den Anstoß zu seinem fast lebenslangen Leben als Schreiber gegeben hätten. Die Kontroverse um den Jugoslawien-Konflikt ließ er unerwähnt.

Doppelter Literaturnobelpreis nach Skandaljahr


Die Schwedische Akademie hatte nach ihrem Skandaljahr 2018 im Oktober diesmal gleich zwei Literaturnobelpreisträger verkündet: Die Polin Olga Tokarczuk erhält den Preis für das Jahr 2018, Handke für 2019. Beide Preise werden am Dienstag in Stockholm vergeben.

Tokarczuks Auszeichnung wurde allgemein gelobt, um Handke dagegen wurde hitzig diskutiert. Der Schriftsteller hatte sich im Jugoslawien-Konflikt stark mit Serbien solidarisiert und nach Ansicht von Kritikern die von Serben begangenen Kriegsverbrechen bagatellisiert oder geleugnet.

Handke hasst Meinungen

Bei der Beerdigung des sechs Jahre zuvor gestürzten serbischen Führers Slobodan Milosevic hielt er 2006 eine Rede.
Auf einer Pressekonferenz am Freitag hatte Handke gereizt auf Fragen zu seinen Haltungen reagiert.

„Ich schreibe nicht mit Meinungen. Ich habe niemals eine Meinung gehabt, ich hasse Meinungen“, sagte er auf die Frage, ob er seine Ansichten zum Jugoslawien-Konflikt geändert habe. Er möge Literatur, nicht Meinungen.

dpa