Freitag, 18. Oktober 2019

Salgado: „Noch Hoffnung, dass sich etwas ändert“

Der diesjährige Friedenspreisträger Sebastião Salgado hat die Situation in seinem Heimatland Brasilien als Desaster bezeichnet. „In den letzten 50 Jahren wurden 19 Prozent des Amazonas-Regenwalds zerstört“, erklärt er am Freitag in Frankfurt.

Der Fotograf Sebastião Salgado erhält  den diesjährigen Deutschen Friedenspreis.
Der Fotograf Sebastião Salgado erhält den diesjährigen Deutschen Friedenspreis. - Foto: © APA/afp / SILAS STEIN

Katastrophal sei aber nicht nur die Lage der Umwelt, sondern auch die Situation in vielen anderen Bereichen der Gesellschaft. Er appellierte auch an die deutsche Regierung, wirtschaftlichen Druck auf Präsident Jair Bolsonaro auszuüben. „Wir haben noch Hoffnung, dass sich etwas ändert.“ Bolsonaro verliere jeden Tag an Zustimmung.

Salgado wird am Sonntag als erster Fotograf mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt. Die Laudatio hält Regisseur Wim Wenders, der Salgado in dem oscarnominierten Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“ porträtierte. „Ich bin sehr stolz, denn der Name der Auszeichnung ist “Friedens„-Preis“, sagte der 75-Jährige. Und Frieden sei das, was wir bräuchten.

Salgados sozialfotografische Werke

Salgado wurde vor allem durch seine sozialfotografischen Werke wie „Arbeiter“, „Migranten“ und „Afrika“ bekannt. Nach einer seelischen Krise porträtierte er mit „Genesis“ die Schönheit der Natur. Anfang der 1990er Jahre gründete er mit seiner Frau das „Instituto Terra“, um auf einem zerstörten Gebiet den Regenwald wieder aufzuforsten.

Bis heute wurden dort etwa 2,7 Millionen Bäume gepflanzt. Salgado sei der beste Preisträger, den er sich in diesem Jahr vorstellen könne, sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller. Einerseits rufe er uns alle auf, diese Erde zu erhalten, und andererseits trage er tatkräftig selbst dazu bei, „damit wir der nächsten Generation einen lebenswerten Planeten hinterlassen können“.

dpa