<b>Von Martina Hofer</b><BR /><BR />Papa lacht nicht mehr. War er früher für jeden Spaß zu haben, so ist er nun mit schweren Depressionen im Krankenhaus. Mama versucht zwar, Kinder, Haushalt und Job alleine zu bewältigen; doch die Darlehensrückzahlungen werden immer schwieriger, irgendwann reicht das Geld kaum noch für Lebensmittel. <BR /><BR />Schicksale wie dieses gibt es viele in Südtirol. Das weiß man nicht zuletzt bei der Hilfsorganisation „Südtirol hilft“, die jährlich Tausende solcher „Notfälle“ im Land finanziell unterstützt. Mit welchem Leid, aber auch Scham und Verzweiflung Betroffene in solchen Situationen leben und wie man sie unterstützen kann, darum geht es nun in einem neuen Familienbuch. Es heißt „Südtirol hilft“ und ist seit Kurzem erhältlich. „Gerade in der Adventzeit hört man im Radio viel von diesem Hilfsverein, und so kam mir die Idee, den Kindern einmal zu erklären, was dahintersteckt und wie man schon mit einem Euro hilft“, erzählt Isabella Halbeisen, Kinder- und Jugendbuchautorin aus dem Passeiertal, die Beweggründe für diese Neuerscheinung.<BR /><BR />Seit Jahren selbst im Vorstand der Passeirer Krebshilfe, weiß die Dekorateurin im Hauptberuf, wie schnell eine Krankheit, ein Unfall oder eine unverschuldete Katastrophe das Leben einer Familie verändern kann. Gemeinsam mit dem Vorstand von „Südtirol hilft“ hat sie darum zwölf dieser tragischen Notfälle, die der Verein in den vergangenen Jahren unterstützt hat, ausgewählt und sie kindgerecht und anonymisiert in einem Buch aufgearbeitet – „mit viel Einfühlungsvermögen“, wie Halbeisen unterstreicht. Dank einer dreijährigen Ausbildung zur diplomierten Kinder- und Jugendbuchautorin habe sie nämlich das nötige Know-how, richtige Worte für heikle Themen zu finden.<h3> Hinsehen und aufeinander schauen</h3>Die Inhalte des Buches sind nämlich durchaus intensiv. Doch genau das war für die Buchautorin wichtig. „Ich habe mich an diese emotionalen Themen gewagt, um zu sensibilisieren und zu erklären, warum gewisse Situationen so sind, wie sie sind“, sagt Halbeisen. Auch möchte sie damit aufzeigen, dass es nicht allen im Land gut gehe: „Versteckte Armut ist weiter verbreitet, als wir meinen. Viele holen sich leider erst Hilfe, wenn alles längst brennt.“ <BR /><BR />Halbeisen erzählt in ihrem Buch jedoch nicht nur von Kindern, die in Ausnahmesituationen leben, oder von Eltern in Existenznot, sondern zeigt auch auf, wie man mit kleinen Zeichen helfen kann – etwa wie die Supermarktangestellte eine Seniorin zum Sozialsprengel begleitet, als sie merkt, dass die alte Dame am Ende des Monats kaum noch eine Münze im Geldbeutel hat. „Das Buch soll anregen, die Augen und Herzen für Mitmenschen zu öffnen, hinzuschauen, aufeinander zu schauen und füreinander da zu sein“, so die engagierte Passeirerin.<h3> Ein Familienbuch mit karitativem Hintergrund</h3>Obschon ab dem Grundschulalter empfohlen, rät Halbeisen, ihr neues Buch in der Familie zu lesen. „Es ist wichtig, dass Kinder bewusst fragen können und auch eine Erklärung dazu bekommen“, sagt sie über die Kurzgeschichten im Buch – übrigens das 21. Werk der 47-Jährigen, die damit seit Jahren eine Passion auslebt.<BR /><BR />„Kein Buch kommt umsonst“, sagt sie mit einem Schmunzeln und spricht von wertvollen pädagogischen Aspekten, die sich in Kinderbüchern einfach besonders gut verpacken ließen. Auch sie selbst – Mutter von zwei Söhnen und Oma der 18 Monate alten Ida – nimmt mit jedem Buch etwas für sich mit von den Erzählungen, die im Fall von „Südtirol hilft“ allesamt ein Happy End haben – und das im doppelten Sinne. Denn auch der Reinerlös des Buches (erscheint im „Effekt! Verlag“) geht an den gleichnamigen Hilfsverein.<BR /><BR /><embed id="dtext86-72096003_listbox" />