Montag, 17. August 2020

Südtirol schreibt Sommeranekdoten für STOL – Teil II

Der Sommer ist da, wenn er auch irgendwie anders ist als sonst. Und nun haben die ersten Südtiroler ihre Sommergeschichten verfass – hier einige Anekdoten zum Träumen...

Der Sommer hat viele dazu inspiriert, seine Gedanken niederzuschreiben.
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Der Sommer hat viele dazu inspiriert, seine Gedanken niederzuschreiben. - Foto: © gam
Wenn im sommer süße früchte reifen und bienen bunte blüten naschen
werden wir menschen uns immer noch fleißig die hände waschen.

Die pandemie ist noch nicht weit und deshalb braucht es etwas zeit
um umzudenken, klarheit schaffen, den ängsten nicht das feld zu lassen.

Die luft, das wasser, tierwelt, pflanzen, konnten davon wirklich profitieren
mundmasken und lockdown tun aber niemanden mehr interessieren.

Der mensch als teil der natur ist mit ihr fest verwoben
für beide ist nun ein neuer sommer ins land gezogen.
Waltraud Prader, Bozen


Nach Lockdown, Smartphone, Fernunterricht,
stets Abstand halten und Maskenpflicht,
Freut man sich auf den Schulanfang, mit Lockerungen ganz ohne Bangen.
Die Schulbank will man wieder drücken.
Doch gibt es da noch einige Tücken …
Zwei neue Schüler stehen auf der Liste.
Man liest sie auf Platz 2 und 3:
2. Corona Vitus und 3. Covi David sind in Zukunft stets dabei.
Silvia Hoffer, Bozen


Fragt ein Gast den Musikanten: Wie kannst Du mit dem Mundschutz blasen? Kein Problem, sagt dieser, ich nehme die Maske beim Blasen ab!
Waltraud Laimer, Meran


Ich hatte Probleme
mit meinen
dritten Zähnen.
Dank Maskenpflicht
konnte ich ohne
meine falschen
Beißerchen
aus dem Haus gehen!
Helga Stockreiter, Bozen


Sidtirol

a landl kloans
onders ols olls
lai dohoam im landl
a glasl waisn vormittogs
schepsernes mit knedl mittogs
a schnapsl donoch
blaibs haiir dohoam im landl
di lait redn untrenondr wia nia zuvor
genissts di lait, genissts es landl
wia nia, wia nia zuvor!  
Martin Streitberger, Bozen


VON DER BITTE UM FREUNDLICHKEIT

Es war, als ich im Park spazierte,
Ich begrüßte einen kleinen Hund.
Er hatte eine auffällig karierte
Regenweste an, ohne Grund.

Als ich dann weitergehen wollte
Erbat sich der Hund einen Gefallen:
Nur weil er in die Hand biss, sollte
Meinerseits kein Laut erschallen.
Gontran Peer, Brixen


Sommer und Regen,
noch ist es kühl,
warten auf Sonne und Blühten im Wind,
Viren vergessen,
Entspannen und lesen,
genieße die Freude,
noch sind wir gesund
Eva Valtingojer v. Grebmer, Schenna


am see

wasserratten
landen #
hängematten
wanken#
leseratten
wandeln in gedanken
Martin Streitberger, Bozen


Das Licht

Ich such das Licht, such den Glanz,
in einer finsteren Zeit.
Such es auch bei dir, komm zeig es mir.

Da sah ich deine Augen,
die wie zwei kleine Sternchen leuchten, da ist ein Strahlen im Gesicht, selbst dein Haar reflektiert das Sonnenlicht zurück! Ist das nicht wunderbar?

Ein dunkler Schatten, der wie ein Mantel das Licht absorbierte, hatte sich um meine Seele gelegt und es wurde wieder Nacht.

So richte ich meine Augen zum Firmament, Millionen Sterne die wie Diamanten funkeln und der Mond umrahmte mit seinem Licht.

Ich saß in meinem Kämmerchen ganz still
und abermals wurde es dunkel um mich herum, da bemerkte ich, dass es nur die vorgezogenen Vorhänge waren. Ich zog sie zur Seite und es wurde wieder Licht!
Roswitha Rafaela Weissteiner, Vintl

Coronazahlen auf und ab,
wir machen trotzdem nicht schlapp
Eva Valtingojer v. Grebmer, Schenna

Maschgra gian isch sofl schian!
Normalerweise konnsch sell lei zi fosching tian.
Obr hoir rennen mir in gonzn summr
mit insre Maschgra umr.
Ergern sollsch di obr net!
Es gib wirklich greasers gfrett.
Mochsch holt eppas hetzigs draus,
nochr treibsche mit deiner Maschgra di schlechte Laune und is Virus aus!
Anonym, Brixen

Eine sommerliche Gruselgeschichte hat die 16-jährige Nicol Brunner aus Kastelbell geschrieben:
Zu perfekt
Es war ein warmer, gemütlicher Abend im August.
Lisa saß zu Hause in ihrem wunderschönen Garten. Der Wind umspielte ihre langen braunen Haare und die Sonne erwärmte ihre Haut. Alles schien friedlich zu sein. Es schien perfekt, nahezu zu perfekt ...
Was war das?
Lisa schreckte auf, im Augenwinkel sah sie einen Schatten. Plötzlich ein lautes Krachen, jemand oder etwas schrie, so laut, dass sich Lisa ihre Ohren zuhalten musste, es war grausam.
Sie lief so schnell sie konnte dem Schrei entgegen, aber was sie dort sah, ließ sie erstarren. Nein. Das war unmöglich.
Das konnte nicht sein ...
....Fortsetzung folgt...
Nicol Brunner, 16 Jahre, Kastelbell

… hier die Fortsetzung:
Eiskalt
Diese Augen.
Die so aussahen wie ihre, blau wie der Himmel.
Etwas war aber anders, sie waren so leer, soo kalt, ohne jegliche Emotionen. Es schien so, als wūrden sie Lōcher in die Decke starren.
Plötzlich zogen Wolken auf und es begann wie aus dem Nichts zu stürmen und zu regnen.
Kolumbien ist zwar dafūr bekannt, dass es eines der niederschlagsreichsten Gebiete der Erde ist. Aber solch ein Gewitter gab es noch nie, es schien so künstlich, so gewollt, als wurde es herbeigezaubert. Hektisch suchte Lisa nach dem Lichtschalter, doch vergebens, sie griff ins Leere.
Also griff sie nach ihrem Handy, aber jemand war schneller als sie, sie spūrte eine Hand an ihrer Tasche. Als sie sich widersetzen wollte, rammte ihr dieser Jemand auch schon eine Spritze in den Arm.
Durch den Stich und den unvorhersehbaren Schmerz schrie Lisa auf, verstummte aber sofort wieder und fiel reglos zu Boden.
Jetzt lag sie da, mit diesen Augen ...
So kalt und leer ohne jegliche Emotionen, jetzt ist sie an der Reihe mit dem Lōcher in die Decke starren.
Der Sturm ließ allmählich nach und es klarte auf, Licht flutete in den Eingangsbereich des Hauses und fiel auf eine kleine zärtliche Gestalt am Boden, Lisa.
Die Sonne erwärmt ihre kalte erstarrte Haut.
Nicol Brunner, 16 Jahre, Kastelbell

eva