Dienstag, 12. Mai 2020

Südtiroler dichten für STOL – Teil 7

Vieles von dem, was wir gerne tun, war lange nicht möglich. Aber es gibt kleine Dinge, über die wir uns freuen können. Die Sprachstelle im Südtiroler Kulturinstitut hatte dazu eingeladen, diese aufzuschreiben. Hier kommt nun der letzte Teil.

Sehr fleißig beim Schreiben waren die Südtiroler in den vergangenen Wochen.
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Sehr fleißig beim Schreiben waren die Südtiroler in den vergangenen Wochen. - Foto: © shutterstock
Worüber ich mich trotzdem freue


Bei meinem Kind sein und es umarmen. Sich freuen über das unsichtbare, geheimnisvolle Glück, das ein Kind schenkt. Unendlich froh bin ich, dass WIR da sind, eine Familie – und nicht allein.
Verena Möltner, Kaltern


MEINE MASKE

Meine Maske beschützt meinen Mund,
darauf gezeichnet ist ein Hund.
Sie ist gelb wie eine Sonne,
sie ist grün wie eine Tonne.
Sie ist rot wie ein Herz,
sie vermeidet jeden Schmerz.
Sie ist blau wie das Meer,
plötzlich fühl ich mich nicht schwer.
Im Krankenbett werden wir nicht mehr liegen,
doch gemeinsam das Corona-Virus besiegen.
Elisa Niceta, 10 Jahre, Aufhofen/Bruneck


Mein Corona-Tag

Ich höre
die Stille in den Straßen
Ich gehe
in Zeitlupe durch die Beete
Ich sehe
die Krokusse im Garten
Ich fühle
den Frühling auf der Haut
Ich denke nach
über Corona
über den mir geschenkten Tag
Margareth Matzneller, Bozen


Auf einmal bist du zu Haus
und darfst nicht mehr raus.
Eigentlich wollte ich zur Schule,
wo sind denn meine Schuhe?
Zu Hause homeschooling
das ist aber nicht mein Ding.
Ich vermisse meine Freunde
das verdirbt mir meine Freude!
Hoffe bald kann ich euch wiedersehen
Und zusammen wieder in die Schule gehen.
Dann lassen wir es krachen
vor lauter Lachen.
Elisa Varotto, 10 Jahre, Lana


Ich horche in den Tag hinein
und höre wie lautlos er geworden,
wie in sich ruhend, ohne Hast.
Wie Großmutter einst auf der Hausbank dort,
um endlich einfach nur – zu sein.

Du bist mir nahe wie noch nie!
Denn neue Wege ich beschreite:
Von jetzt an Briefe ich dir schreibe.
Marialuise Joas, Kaltern


Das Lachen des Regens in der Quarantäne
Ist wie die Tränen der Sonne das pure Leben.
Harald Scartezzini, Tramin


Die Erde meine ganze Sehnsucht!
Wunderschöner Planet, mit den Augen der Liebe betrachte ich dich, denn du erwärmst mein Herz und erquickst meine Seele.
Meine ganze Aufmerksamkeit will ich dir schenken und dich mit Zärtlichkeit überschütten, garniert mit Hingabe.
Deine wunderschönen Farben berühren mich und versetzen mich ins Staunen. Mit purer Freude überziehst du mein Herz und lässt es höher schlagen, behutsam nähere ich mich dir, denn du bist so zerbrechlich!
Rafaela Roswitha Weissteiner, Vintl


Nicht mehr rennen
dahin und dorthin
alles ist da
für alle genug
Leben ist schön
Cäcilie Walder, Welsberg


Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald.
„Josef, hör! Der Kuckuck schreit.“
Der Kleine hält inne und legt sein Fingerchen auf den Mund …
Dann lächelt er Oma an. Opa weiß: „Wenn man den Kuckuck hört, sollte man Geld bei sich haben.“
Oma durchsucht ihre Taschen. Leer! Macht nichts! Oma hat ja Josef und Opa und alle ihre Schätze … und lässt den Kuckuck einfach weiterschreien.
Verena Frasnelli, Leifers


lieber gott, du bist uns frauen gegenüber grosszügig. härchen, zärtlich jugendliche schafgarbenblätter, lächeln von oberlippen und grossenzehenrücken. junge, noch biegsame fichtennadeln an waden. störrische, aus der feinen haut herausgewächse ob den kniekehlen... und sonst noch überall. heuer muss lady self rupf oder shave. nur...auf den zähnen hab ich keine haare. gott, ich danke dir.
irene schär, naturns


Es ist still und leise,
die Gedanken begeben sich auf Reise ...
Mit neuen Augen sehen wir alles nun,
beeinflusst im Handeln und Tun.
Die Wahrnehmung ist gestiegen,
die Natur ist immer beim Siegen.
Tulpen sind roter als rot,
es schmeckt besser das Brot.
Der Himmel ist blauer als blau,
wunderschön glitzert der Tau.
Was wir nicht gesehen haben bisher,
fällt nun nicht mehr schwer.
Immer wollten wir mehr und mehr
gefangen in einem Heer.
Lernen wir zu schätzen was wir haben
seht die Natur und ihre Gaben!
Denise Steinkeller, Völlan


Ich bleibe zu Haus

Ich bleib zu Haus
Obwohl mir das nicht gefällt.
Ich darf nicht raus
Und die Schule entfällt

Dieses blöde Coro-Virus
Hält uns alle daheim
Dadurch geht die Wirtschaft ins Minus
Manche sind allein

Uns ist allen langweilig
Viele haben Angst
Gesundheit ist uns allen heilig
Und du Zuhause zankst

Übertreiben ist wirklich schlecht
Trotz dieser dummen Ferien
Trotzdem hat der Conte Recht
Zuhause guck ich Serien

Hoffentlich hört’s bald auf
Sonst hätt„ ich gerne Nudelauflauf.
Nina Mayrl, 14 Jahre, Brixen


Corona ist das neue Virus,
viele Tote es gebracht.
Pflegepersonal macht Turnus,
arbeitet wirklich Tag und Nacht.
Darum gilt der Aufruf an alle,
befolgt doch die Regeln und bleibt zu Haus.
Hilfe kommt in jedem Falle,
und lässt dabei niemand aus.

Die Lombardei ist stark betroffen,
sehr viel Tote an einem Tag.
Wir können alle sehr stark hoffen,
dass sich’s bessert auf einen Schlag!
Dazu können alle beitragen.
Bleibt zu Haus und ruht euch aus.
Schützt euch in den nächsten Tagen,
dann macht das Virus bald Garaus!

Viele Menschen müssen leiden,
das Virus wurde unterschätzt.
Am besten ist die Nähe meiden,
damit es uns nicht auch verletzt.
Regeln sind uns vorgegeben,
bitte nehmt sie alle wahr.
Es geht ja um euer Leben,
das ist doch allen klar!

Gemeinsam werden wir es schaffen,
haltet durch und es wird gut.
Das sind unsre geheimen Waffen
und geben uns ja so viel Mut!
Coronavirus zähl deine Tage,
pack deine Sachen, nimm Reißaus!
Bald verbessert sich die Lage
und wir können aus dem Haus!
Jennifer Weiss, 12 Jahre, Meran

eva