Samstag, 5. Februar 2022

Von Hexen und Täufern

Der Prozess und Fragen rund um Barbara Pachler, genannt „Pachlerzottl“ stehen im Mittelpunkt der neuen Ausgabe der Monatszeitschrift für Südtiroler Landeskunde, „Der Schlern“. Ein anderes Thema behandelt das Verhältnis des Täufers Pilgram Marpeck zu Rattenberg.

Schloss Reinegg war zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert Sitz des Gerichts Sarnthein – hier fand der Prozess gegen Barbara Pachler statt. - Foto: © der Schlern

Am Beginn des Heftes steht ein umfangreicher Aufsatz über die Bedeutung der Pachlerzottl, der aus der Feder von Hansjörg Rabanser stammt, der nicht nur den Lesern des „Schlern“ als kundiger Hexenforscher ein Begriff ist.

Der Aufsatz mit dem Titel „Die „Pachlerzottl“ – Der Hexenprozess gegen Barbara Pachler (Sarnthein 1540). Eine Neubetrachtung“ möchte mit Vorurteilen aufräumen, die die „Pachlerzottl“ betreffen: Es handelt sich beim Fall der Pachlerin weder um einen „der ersten Hexenprozesse in unserm Lande“ noch um „die Geschichte der letzten Sarntaler ,Hexe'“, schreibt Rabanser am Beginn seiner Ausführungen.


Im Aufsatz selbst geht es dann um einen neuen Blick auf Prozess und Geständnis und um die Hintergründe. Der Autor geht in seinen umfangreichen Ausführungen Fragen nach meteorologischen Krisen, die hinter dem Bild des Unwetterzaubers stecken könnten, nach. Eine weitere Frage betrifft das durch Krankheitszauber oder Unfälle dezimierte Vieh. Der Blick auf die Rezeption der „Pachlerzottl“ in Kunst und Theater rundet die Ausführungen ab.

Das Leben des Pilgram Marpeck


Auch der 2. Aufsatz führt ins beginnende 16. Jahrhundert: Hier geht es um den Täufer Pilgram Marpeck. Er stammt aus der Feder des Historikers Robert Büchner. Abgesehen von der Episode um einen Augustinermönch und Prediger befasst sich dieser Aufsatz nicht mit Glaubensfragen, rückt Pilgram auch nicht als bedeutenden theologischen Schriftsteller, als Wortführer und Organisator der frühen Täufer in den Mittelpunkt, sondern hier geht es lediglich um sein Leben in Rattenberg bis 1528, als er die Stadt – fast möchte man sagen fluchtartig – verließ.


Der Autor möchte mit Irrtümern aufräumen und sein Leben durch neue archivalische Funde ergänzen. Dazu holt Büchner weit aus, geht auf die Wurzeln der Familie ein, auf das Wirken von Pilgram Marpeck in Rattenberg und auf seine Nachfahren.


In der Literaturrundschau bespricht Erika Kustatscher 2 Neuerscheinungen: Einmal geht es um ein Tiroler Missionsbüchlein,von Josef Nussbaumer (Josef Nussbaumer, Aufbruch in andere Welten. Ein Tiroler Missions-Büchlein). In der 2. Besprechung geht es um einen Blick auf 100 Jahre kirchliche Jugendarbeit (Die Katholische Jugend in Südtirol. Einblicke in mehr als 100 Jahre kirchliche Jugendarbeit).


Bestellen: www.athesia.it


bea

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