Freitag, 09. Februar 2018

Malala Andrialavidrazana: „Figures“ in Bozen

Malala Andrialavidrazana, die in Madagaskar geborenen und in Paris lebenden Künstlerin und Fotografin, präsentiert „Figures“, ihre erste Einzelausstellung in Bozen.

Figures 1799, Explorers' routes, 2015 Ultra Chrome Pigmentdruck.
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Figures 1799, Explorers' routes, 2015 Ultra Chrome Pigmentdruck.

In der 2015 begonnenen Serie „Figures“ verändert Andrialavidrazana jene allgemein gebräuchlichen und weit verbreiteten Darstellungen und Motive, die von den Kolonialmächten ab dem 19. Jahrhundert bis in unsere Tage verwendet wurden, um ihre Autorität auszuüben, radikal. Dieses Material – alte Landkarten, Banknoten, Briefmarken oder Plattenhüllen – wurde über Jahre direkt von Person zu Person an die nachfolgenden Generationen weitergegeben, über die geografischen Grenzen zwischen den verschiedenen Staaten hinweg.

Figures 1856, Leading races of man, 2016 

Mit Hilfe einer Fotokamera mit speziellen Vintage-Linsen, die in den 70er- und 80er-Jahren in Gebrauch waren, erfasst die Künstlerin die maßgeblichen Motive, löst sie aus den Originaldokumenten heraus und unterzieht sie anschließend einer minutiösen digitalen Bildbearbeitung.

Die herausgelösten symbolischen Elemente werden auf verschiedenen Ebenen neu zusammengesetzt und übereinander gelegt und dadurch begrifflich in ein anderes Licht gerückt als in den konventionellen Darstellungen.

Figures 1867, Principal Countries of the World, 2015

Eine Landkarte neu zu zeichnen bedeutet für die Künstlerin, sich die Welt wieder anzueignen, sie zu besitzen und zu teilen, indem sie eine neue Geschichte erzählt 

Die Arbeiten Malala Andrialavidrazanas bringen den Betrachter dazu, in Gedanken durch Orte und Zeiten zu reisen, neue Erzählweisen zu schaffen, Inspirationen zu verschmelzen und Stereotype zu überwinden. Sie regen ihn aber auch zu einer Reise in sich selbst an, um am Ende seine Bezugspunkte (wieder) zu erkennen und so die Möglichkeit zu schaffen, den Standpunkt zu wechseln und die Dinge von einer anderen Warte aus zu betrachten.

Figures 1889, Planisferio, 2015

Malala Andrialavidrazana wurde 1971 in Madagaskar geboren und lebt seit 1980 in Paris. Sie ist eine visuelle Künstlerin mit einer Ausbildung in Architektur; 1996 hat sie ihr Studium an der Architekturschule École Nationale Supérieure d'Architecture de Paris La Villette abgeschlossen.

Ihre Forschungen drehen sich um die Barrieren und Interaktionen zwischen verschiedenen kulturellen Kontexten, die sie mit Hilfe der Fotografie erkundet. Die gesellschaftlichen Veränderungen und die räumlichen Strukturen in der globalisierten Welt stehen im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Suche. Malala untersucht die Zwischenräume und schlägt einen offenen Horizont vor, bei dem es keine Grenzen gibt.

Eröffnung und Ort

Donnerstag 15. Februar 2018, ab 18 Uhr in der Alessandro Casciaro Art, Gallery in der Kapuzinergasse 26/a.

Ausstellungsdauer:15. Februar – 17. März 2018

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 12:30 und 15 bis 19 Uhr, Samstag 10 – 12:30 Uhr     

stol       

stol