Freitag, 16. Februar 2018

Meran wird nicht Kulturhauptstadt 2020

Am Freitag wurden die Ergebnisse des Wettbewerbs „Kulturhauptstadt Italiens 2020“ bekannt gegeben. Meran hat es nicht geschafft, den begehrten Titel zu holen. Kulturhauptstadt im Jahr 2020 wird die Stadt Parma. Dennoch bezeichnet Bürgermeister Paul Rösch die Bewerbung und die hierfür geleistete Teamarbeit als erfolgreich.

Meran wird leider nicht Kulturhauptstadt 2020.
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Meran wird leider nicht Kulturhauptstadt 2020.

„Wir haben es immerhin in die Top Ten geschafft und die einmalige Chance genutzt, unsere Stadt und unsere Vision auf einer nationalen Bühne zu präsentieren“, sagte Rösch im Anschluss der offiziellen Feier in Rom. Dort hatte man im Beisein des Kulturministers Dario Franceschini sowie der Bürgermeister der zehn konkurrierenden Städte Meran, Agrigento, Bitonto, Casale Monferrato, Macerata, Nuoro, Parma, Piacenza, Reggio Emilia und Treviso auf das Ergebnis gewartet.

„Wir haben von Anfang an auf eine innovative und durchaus auch etwas provokante Bewerbungsstrategie gesetzt, um aus dem umfangreichen Teilnehmerfeld hervorzustechen. Meran ist mit seinem fast 50:50-Anteil deutsch- und italienischsprachiger Bevölkerung eine Modellstadt für das Zusammenleben zweier Sprachgruppen und für die Vorteile, die daraus erwachsen. Aus diesem Grund haben wir auch das Motto gewählt: das kleine Europa Italiens. Und gerade weil wir nicht nur italienisch sind, wollten wir auch zeigen, welch große Bereicherung Meran als Grenzstadt und Südtirol als Grenzregion für die Kultur darstellen“, so Rösch.

Initiativen werden trotzdem umgesetzt

„Auch wenn die Bewerbung zur Kulturhauptstadt an der letzten Hürde gescheitert ist, sind wir sehr gut vorbereitet. Die meisten der vorgeschlagenen Investitionen sind bereits Teil des Regierungsprogramms, wir werden sie also auf jeden Fall umsetzen. Und das gemeinsam mit den Kulturschaffenden erarbeitete Programm wird der zentrale Anhaltspunkt für die Meraner Kulturpolitik der nächsten Jahre sein“, sagte der Bürgermeister abschließend.

Zu den vorgeschlagenen Initiativen zählen ein Kongress unter dem Titel „Le Merano d'Europa“, eine „Gedankenwerkstatt“ am Kasernenareal, eine neue Konzertreihe mit dem Titel „cc – connection/concerts“ im Rahmen der Meraner Musikwochen und ein Alumni-Netzwerk für alle, die in Meran zur Schule gegangen sind.

Das Programm enthält auch geplante Investitionen in Höhe von 12,6 Millionen Euro. Dazu zählen beispielsweise eine neue Bibliothek-Zweigstelle für Sinich (mit 550.000 Euro veranschlagt), ein Sitz für das Kinderbuch-Archiv Ò.P.L.A. (1,3 Mio. Euro), die Erschließung der Barbara-Kapelle für das Palais-Mamming-Museum (400.000 Euro) und ein Rundgang über den Dächern der Stadt (350.000 Euro); aber auch Ausgaben, die auf den ersten Blick nicht in den Bereich der Kultur fallen wie ein neuer Bikepoint (510.000 Euro) und der Ausbau des Spazierwegenetzes in der Stadt (535.000 Euro).

stol

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