Nach Informationen aus Ermittlerkreisen verschafften sich die Angreifer bereits im vergangenen Sommer Zugang zur digitalen Infrastruktur des Museumsverbunds, zu dem auch der Palazzo Pitti und die bekannten Boboli-Gärten gehören. Über eine Sicherheitslücke in einer veralteten Software für die Bildverwaltung gelangten sie ins Netzwerk und bewegten sich dort unbemerkt weiter.<BR /><BR />Dabei sollen die Täter unter anderem das komplette digitale Fotoarchiv entwendet haben. Zudem erbeuteten sie Zugangsdaten sowie Informationen zu Alarmanlagen, Kameras und Sicherheitswegen. Diese Daten könnten es Kriminellen ermöglichen, sich gezielt im Museum zu bewegen und Schutzsysteme zu umgehen. Die Täter kontaktierten Uffizien-Direktor Simone Verde direkt und stellten eine Lösegeldforderung. Für den Fall der Nichtzahlung drohten sie, die sensiblen Informationen im Darknet zu veröffentlichen oder weiterzuverkaufen. Zuletzt soll der Kontakt jedoch abgebrochen sein.<BR /><BR />Die Behörden reagierten mit umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen. Teile des Palazzo Pitti wurden bereits Anfang Februar geschlossen, wertvolle Objekte in Sicherheit gebracht und Zugänge baulich gesichert. Die italienische Cyber-Sicherheitsbehörde sowie die Staatsanwaltschaft von Florenz ermitteln. Nach Einschätzung von Experten handelte es sich nicht um einen kurzfristigen Angriff, sondern um eine langfristig angelegte Ausspähung. Die Täter kopierten Daten schrittweise und blieben über längere Zeit unentdeckt im System.<BR /><BR />Die Gallerie degli Uffizi zählen zu den bedeutendsten Museen der Welt und verzeichnen jährlich Millionen Besucher. Neben ihrem kulturellen Wert haben sie auch erhebliche wirtschaftliche Bedeutung mit einem Jahresumsatz von rund 60 Millionen Euro. Ob und in welchem Umfang die gestohlenen Daten missbraucht werden könnten, ist derzeit unklar. Der Museumsdirektor äußerte sich bisher nicht öffentlich zu dem Vorfall.