Mittwoch, 14. Oktober 2020

15 Jahre ALPS MOVE FESTIVAL

Nach 15 Jahren ist die Südtiroler Plattform des zeitgenössischen Tanzes lebendiger als je zuvor. Vom 14. bis 30. Oktober steht in Lana, Meran, Brixen und Bozen Tanz im Mittelpunkt.

Szene aus: „Fractale“ von Francesca Ziviani. - Foto: © alüs move
Am 16. Oktober um 20 Uhr öffnet im Raiffeisenhaus in Lana Alps Move erneut seine Tore. Wie immer bietet ALPS MOVE Produktionen von Südtiroler Künstlern aus dem In- und Ausland an. Erfahrene Choreografen und Tänzer, Seite an Seite mit jungen Künstlern, die eine Karriere im Tanz aufbauen wollen. Da das Tanztheaterfestival dieses Jubiläum nicht in großem Stil feiern kann, hat es beschlossen, ein Fenster für ein künstlerisches Ausdrucksmittel zu öffnen, das in der zeitgenössischen Kreativität zunehmend Platz findet: Videodance. Seit einiger Zeit sucht der Tanz nach neuen Mitteln des digitalen Ausdrucks und arbeitet Seite an Seite mit Videomachern und Animationsspezialisten. Alps Move möchte diese Zwischen- und Kollaborationsform in seiner fünfzehnten Ausgabe berücksichtigen.

Dokumentarfilm zu Südtiroler Tänzerinnen im Ausland

Dieser Geburtstag ist jedoch vor allem eine Gelegenheit, auf diese jahrelange Tätigkeit zurückzublicken und sie zurückzuverfolgen. Dazu nutzt Alps Move den aufmerksamen Blick des Südtiroler Regisseurs Andreas Pichler. Sein Dokumentarfilm „Tanznomadinnen“ ist das Leitmotiv dieser Ausgabe, welcher sowohl in Lana (16 + 17.10., Raiffeisenhaus) als auch in Bozen (23.10., Stadttheater Gries) gezeigt wird. Der Film vergleicht die Generation, die vor 17 Jahren das Kollektiv gegründet hat, mit den neuen Generationen. Die 15-jährige Geschichte des Festivals ist der Hintergrund für die persönlichen Geschichten der jungen Tänzer, die ihre Heimat verlassen haben, um die Welt zu bereisen und einen Platz in der Welt der Professionalität zu finden.

Videos und Tanz

Es sind die gleichen Tänzer, die dieses Jahr ihre Produktionen und Videos bei Alps Move präsentieren: Die Tänzerin aus Nals, Marion Sparber, die seit Jahren zwischen Europa und Südamerika aktiv ist, bringt das „Big Boys-Video“ am 16. und 17. Oktober nach Lana. „Big Boys don't Cry“ unter der Regie des brasilianischen Regisseurs Keren Cherinizon mit einer Choreografie von Marion Sparber.

Kapitel I: Lana

Dann gibt es Francesca Ziviani mit ihrer schamanischen Performance „Sphota“, einem live gespielten Solo, welche den Tanz in seine performative und theatralische Dimension zurückbringt – eine Kriegerkreatur, ein Symbol für Weiblichkeit, Stärke, Freiheit, Natur und ihre Zyklen. Francesca Ziviani ist seit Jahren in Frankreich als professionelle Tänzerin und als Choreografin mit eigenen Produktionen tätig. Einige Auszüge aus der Aufführung werden auch auf den Straßen von Lana und Meran, am 14.10. (Lana, Am Gries, 11 Uhr und Meran, Sparkassenstraße um 16.30 Uhr) und 15.10. (Meran, Sparkassenstraße um 16.30 Uhr) gezeigt.

Ebenfalls im Raiffeisenhaus am 16. und 17. Oktober wird das Video der Tänzerin Rebecca Dirler und der Regisseurin Regina Kluba gezeigt. Eine intime Geschichte über die Schwierigkeit, sein Land zu verlassen, um seinen Platz in der Welt zu finden, ein Evolutionsprozess, der folgt.

Kapitel II: Bozen

Nach Lana findet am 23. Oktober um 20Uhr im Stadttheater Gries das zweite Kapitel von Alps Move in Bozen statt, welches am 24. Oktober wiederholt wird.

Neben der Vorführung von Andreas Pichlers Dokumentarfilm werden zwei Performances aufgeführt: „Traffic“ der Bozner Tänzerin Stefania Bertola und „Rizosfera“ der lettischen Performerin Santija Bieza. Im ersten Fall wird eine Collage von Reflexionen über die Möglichkeit oder Notwendigkeit, einen Teil des eigenen Körpers metaphorisch oder materiell auszutauschen oder aufzugeben, in Tanz übersetzt. Im zweiten Fall stellt sich Bieza menschliche Beziehungen als Rhizosphäre vor – das ist die Kontaktzone zwischen Boden und Wurzeln von Pflanzen – aus denen wir Nahrung beziehen, die uns verändert und die wir wiederum mit unserem Austausch, unseren Interaktionen und Bedürfnissen verändern.

Kapitel III: Meran

Am 27. Oktober um 18 Uhr und 20 Uhr ist Alps Move zum ersten Mal im Kulturzentrum Mairania 857 in Meran, mit einer Aufführung und 3 Videodance-Videos. Die Aufführung wird von Errante Theatre Dance Company inszeniert und von Iosu Lezameta – einem der Gründungsmitglieder des Kollektivs – und Elena Molinaro interpretiert. „Corpo a corpo“ bezieht sich im Titel auf die Beziehung zwischen 2 Menschen als Ort des Austauschs, an dem der Körper zu einer dünnen, transpirierenden und durchlässigen Membran für die Vielfalt des anderen wird.

Die Tänzerin und Choreografin Martina Marini, ein weiteres Mitglied der ersten Stunde des Tanzkollektivs Südtirol und Gründerin von Tanzschmiede, stellt ein Video mit dem Titel „Dialoge“ vor, das in Zusammenarbeit mit Gregor Marini erstellt wurde. Wie Marini erklärt, haben sich die „Dialoge“ zwischen zwei Tänzern aufgrund der Sperre in 6 Soli verwandelt, in denen sich die Darsteller mit einem imaginären Objekt oder Partner konfrontieren.

Wir finden auch Francesca Ziviani, diesmal mit dem Video „Fractale“, das in Zusammenarbeit mit dem Videomacher Damien Bourletsis gedreht wurde, während die Meraner Tänzerin und Choreografin Sabine Raffeiner einen Kurzfilm von Christian Lang mit dem jungen Tänzer Hugo Olagnon zeigt.

Kapitel IV: Brixen

Das vierte und letzte Kapitel der Rezension zum zeitgenössischen Tanz wird im Astra in Brixen geschrieben, einem neuen Raum, der kürzlich saniert und als Kulturzentrum wieder in die Staatsbürgerschaft zurückversetzt wurde.

Am 30. Oktober um 20 Uhr treffen wir Martina Marini mit DIALOGUES zusammen mit der Choreografin Sabrina Fraternali – freie Autorin, Tänzerin und Schauspielerin, die in Italien und im Ausland tätig ist – mit dem Film „Insulae“. Inspiriert von den langsamen und unaufhörlichen Rhythmen der Natur versucht das Video, die schnellen Veränderungen und Bewegungen des isolierten Körpers in einem Raum mit den geduldigen und ständigen Transformationen der Welt zu synchronisieren. Der in Zeiten der Sperrung geborene Kurzfilm wurde von der niederländischen Videokünstlerin Irma de Vries gedreht.

Gast im Astra Brixen ist auch die Tänzerin Sarah Merler mit einer Performance mit dem Titel „Outer Shell“, einem Solo, das versucht, den oft reißenden Kontrast zwischen der Innerlichkeit und der Äußerlichkeit eines Körpers, eines Geistes, einer Existenz auszudrücken.

Aufgrund der Covid Richtlinien haben die Stücke eine reduzierte Kapazität.
Reservierungen werden dringend empfohlen: [email protected]





eva