Freitag, 04. Januar 2019

150 Jahre Staatsoper im Zentrum des Musiktheaterjahres

Die Staatsoper feiert mit „Frau ohne Schatten” und Neuwirth-Uraufführung 150 Jahre Haus am Ring, Musical-Kaiserin „Elisabeth” kehrt heim ins Schloss Schönbrunn und die Sommerfestivals quer durch Österreich setzen auf Populäres von Mozart und Verdi - das Musiktheaterjahr 2019 kündigt sich als ebenso reich an Genres und Stilen wie an absehbaren Höhepunkten an.

Großes Jubiläumsjahr in der Wiener Staatsoper. - Foto: APA
Großes Jubiläumsjahr in der Wiener Staatsoper. - Foto: APA

Das Opernjahr 2019 startet mit großer Geste: Der „Ring” von Richard Wagner läutet, wenn auch nicht als Neuproduktion, ab bevorstehendem Dienstag das Jubeljahr rund um 150 Jahre Haus am Ring an der Wiener Staatsoper ein. Richtig gefeiert wird dann am 25. Mai mit der „Frau ohne Schatten”, in Jubelbesetzung mit Camilla Nylund, Stephen Gould und Nina Stemme, die unter Dirigent Christian Thielemann die vor 100 Jahren hier uraufgeführte Richard Strauss-Oper intonieren. Bis dahin verspricht die Staatsoper mit einer „Lucia di Lammermoor”, die Olga Peretyatko und Juan Diego Florez zusammenbringt (ab 9. Februar), mit dem 2011 uraufgeführten „Orest” von Manfred Trojahn (ab 13. April) und einem neuen Ballett-Trio-Abend mit Werken von William Forsythe, Hans van Manen und Jiri Kylian (ab 14. April) eine dichte Sommerspielzeithälfte, die am 20. Juni in einem neuen „Otello” mündet. Ein Höhepunkt des Staatsopern-Jahres steht freilich erst im Dezember 2019 an - da ist die Uraufführung von Olga Neuwirths Auftragswerk „Orlando” angesetzt.

Auch im Theater an der Wien geht es mit üppigem Aufgebot ins neue Jahr. Die Inszenierung von Henry Purcells Barockspektakel „King Arthur” besorgen Sven-Eric Bechtolf und Julian Crouch, weithin bekannt nicht zuletzt durch den „Jedermann” der Salzburger Bechtolf-Jahre (Premiere am 17. Jänner).

Hauseigene Geschichte der szenischen Oratorien

Ab 16. Februar schreibt man die hauseigene Geschichte der szenischen Oratorien fort, diesmal mit Mendelssohn Bartholdys „Elias” in der Regie von Calixto Bieito und mit Christian Gerhaher, genau ein Monat später (16.März) feiert Tschaikowskis „Jungfrau von Orleans” mit der geballten Frauenpower von Regisseurin Lotte de Beer, Dirigentin Oksana Lyniv und Lena Belkina in der Titelrolle Premiere. Den Händel-Schwerpunkt setzt das Theater an der Wien unter der Regie von Claus Guth fort, Florian Boesch und Anna Prohaska singen in „Orlando” unter Giovanni Antonini (ab 14. April), eine romantische „Feenoper” macht den Saisonschluss: Nikolaus Habjan inszeniert Carl Maria von Webers „Oberon” (13. Mai) mit Annette Dasch und Mauro Peter in einer Koproduktion mit der Bayerischen Staatsoper.

Während die Musicalstätten der Vereinigten Bühnen Wien bis zur Sommerpause ihre aktuellen Dauerbrenner weiterspielen - „Bodyguard” im Ronacher, „I Am From Austria” im Raimund - hat man sich mit dem Schlosspark Schönbrunn eine prominente weitere Spielstätte erobert und zeigt dort am 5. und 6. Juli den Musicalklassiker „Elisabeth” konzertant und Open Air, Pia Douwes und Mark Seibert kehren dafür in ihre Paraderollen als Elisabeth und Tod zurück.

Abschluss mit Ballettstück „Peter Pan”

Am Gürtel spielt es in der zweiten Saisonhälfte wieder Musiktheater jeder Fasson: Auf das pittoreske Puppenballett „Coppelia” (27.1.) folgt amerikanische Folk Opera von Gershwin (”Porgy and Bess”, ab 10.2.), großes Opernrepertoire mit Wagners „Fliegendem Holländer” (9.3.), klassische Operette vom Typ Verwechslungskomödie (”Meine Schwester und ich” von Ralph Benatzky ab 6.4.) sowie moderne Oper mit einem Gastspiel im Kasino am Schwarzenbergplatz und „Powder Her Face” von Thomas Ades. Zum Abschluss wird an der Volksoper mit „Peter Pan” ein Ballett der hauseigenen Ballettmeisterin Vesna Orlic uraufgeführt.

Das Programm der Salzburger Festspiele

Die Salzburger Festspiele, die sich heuer der Auseinandersetzung mit der Antike verschrieben haben, bringen für Mozart das Erfolgsduo Teodor Currentzis und Peter Sellars zurück. Ihr „Idomeneo” wird den Opernauftakt zum sechswöchigen Spitzenfestival machen und wird dabei gefolgt etwa von Cherubinis „Medee” in der Regie von Simon Stone, von Enescus „Oedipe” in der Felsenreitschule oder von einer gespannt erwarteten Zusammenarbeit von Valery Gergiev und Andreas Kriegenburg für Verdis „Simon Boccanegra”. Verdi ganz groß heißt es heuer auch in Bregenz, wenn Philipp Stölzl „Rigoletto” auf die Seebühne hievt, während Mariame Clement mit der Regie von Massenets „Don Quichotte” im Haus betraut ist.

Nach dem Abtritt von Gustav Kuhn als Intendant der Festspiele Erl steht dort im Jahr 2019 ein Interregnum an. Andreas Leisner verantwortet dabei im Sommer drei Opernproduktionen: Verdis „Aida”, „Die Vögel” von Walter Braunfels sowie „Guillaume Tell” von Rossini. Das Innsbrucker Opernpublikum darf sich am 23. Februar auf ein Kennenlernen der 2016 am Münchner Gärtnerplatz uraufgeführten Opernfassung von „Liliom” der österreichischen Komponistin Johanna Doderer in der Regie von Josef E. Köpplinger freuen, bis zum Sommer folgen etwa das Musical „Chicago” (ab 18.5.) oder Mozarts „Don Giovanni” (ab 15.6.).

apa

stol