Dienstag, 10. Mai 2016

61. Song Contest: Das kunterbunte Starterfeld des 1. Halbfinales

Französische Chansons aus Österreich, südländische Strandhymnen aus Island und Country aus den Niederlanden: Das 1. Halbfinale des Eurovision Song Contests 2016, das am Dienstag Abend in Stockholm über die Bühne geht, bietet ein buntes Repertoire.

Österreichs ESC-Starterin Zoe mit der Siegerin von 2014 Conchita Wurst.
Österreichs ESC-Starterin Zoe mit der Siegerin von 2014 Conchita Wurst. - Foto: © APA

Um ins Finale am 14. Mai einzuziehen, müssen die Interpreten in der Endabrechnung acht Konkurrenten ausstechen, erhalten doch nur zehn von 18 Teilnehmern ein Ticket für das erträumte Finale. 

Ein Glück für die französisch singende österreichische Starterin Zoe mag dabei sein, dass die Franzosen im 1. Halbfinale stimmberechtigt sind – gemeinsam mit Spanien und Schweden. Diese drei Länder sind neben Deutschland, Großbritannien und Italien als die größten Zahler respektive als Gastgeber fix für die Finalshow qualifiziert.

Zu den auffälligsten Teilnehmerinnen am ESC 2016 zählt Deutschlands Jamie-Lee Kriewitz in ihrem Manga-Outfit. Sie ist fix fürs Finale qualifiziert. - Foto: afp

Eröffnet wird der Bewerb in der Stockholmer Globe Arena am Dienstag allerdings nicht von einem der 18 Kandidaten, sondern von Vorjahressieger Mans Zelmerlöw – heuer auch Co-Moderator neben Petra Mede. Er wird seinen Siegertitel „Heroes“ mit einem Artisten anstelle des vom Vorjahr aus Wien bekannten LED-Strichmännchens und einem Kinderchor vorstellen.

Nachfolgend ein Blick auf die Kandidaten des 1. Song-Contest-Semifinales am Dienstag (10. Mai) und ihre Aussichten:

1. Finnland, Sandhja – „Sing It Away“: Eine Schwedin mit indischen Wurzeln soll für Finnland in Stockholm die europäische Sangeskrone erringen. Ob das allerdings gelingen wird, darf bezweifelt
 werden.

2. Griechenland, Argo – „Utopian Land“: Aus Griechenland kommen wieder einmal Folkloreklänge - mit Chancen auf den Aufstieg.

3. Moldawien, Lidia Isac – „Falling Stars“: Moldawien tritt heuer mit einer Powerballade in den Ring. Die erst 23-jährige Lidia Isac wird es jedoch schwer haben.

4. Ungarn, Freddie – „Pioneer“: Freddie alias Gabor Alfred Fehervari kommt mit Castingshow-Erfahrungen nach Stockholm. Für ein Finalticket könnte es reichen.

5. Kroatien, Nina Kraljic – „Lighthouse“: Kroatien ist nach zweijähriger Pause wieder mit von der ESC-Partie und schickt mit Nina Kraljic dramatischen Balladenweltschmerz ins Rennen. Stimmlich muss sich die Castingshow-Gewinnerin nicht verstecken.

6. Niederlande, Douwe Bob – „Slow Down“: Die Niederlande schickt auch 2016 eine spannende Nummern zum Song Contest. Der junge Douwe Bob zählt mit seinem Countrysong „Slow Down“ und mit 
entsprechendem Stimmtimbre zu den Favoriten. 

Der Niederländer Douwe Bob hat laut den Wettbüros gute Chancen auf den Sieg. - Foto: afp

7. Armenien, Iveta Mukuchyan – „LoveWave“: Armenien war in den vergangenen Jahren Finalfixstarter und könnte entsprechend auch heuer wieder Chancen auf ein Ticket haben.

8. San Marino, Serhat – „I Didn't Know": Zwar zeichnet Ralph Siegel heuer nicht für den Beitrag aus San Marino verantwortlich, aber die Mönchsrepublik bleibt der Tradition treu, ihre Vertreter zu
 importieren. Diesmal soll es der erfahrene Türke Serhat mit Leonard-Cohen-Stimme richten - mit bescheidenen Chancen.

9. Russland, Sergej Lazarew – „You Are The Only One“: Russland zählt wie immer, so auch heuer zum Favoritenkreis des Bewerbs und damit zu den Fixkandidaten fürs Finale. Sergej Lazarew beeindruckt vor allem mit seiner gigantischen Bühnenshow, die sogar Vorjahressieger Mans Zelmerlöw alt aussehen lässt.

Der Russe Sergej Lazarew beeindruckt mit einer gewaltigen Bühnenshow. - Foto: afp

10. Tschechien, Gabriela Guncikova – „I Stand“: Tschechien ist heuer in den Bewerb zurückgekehrt, nachdem man wegen Erfolglosigkeit eine Pause eingelegt hatte. Mit der 23-jährigen Gabriela Guncikova und ihrem „I Stand“ könnte es nun allerdings erstmals mit dem Finaleinzug klappen.

11. Zypern, Minus One – „Alter Ego“: Was waren das noch für Zeiten, als aus Zypern verlässlicher Strandpartypop mit Mandoline kam? Die einstige Coverband Minus One macht es heuer härter. Ob es
 für den Finaleinzug reicht?

12. Österreich, Zoe – „Loin d'ici“: Ein komplettes Lied auf Französisch? Das trauen sich heuer nicht einmal die Franzosen. Die österreichische Kandidatin Zoe sticht also schon allein damit heraus. Ihr munterbuntes „Loin d'ici“ könnte es durchaus ins Finale schaffen, rangiert die 19-Jährige doch bei den Wettanbietern im Mittelfeld.

13. Estland, Jüri Pootsmann – „Play“: Eine Frisur wie geleckt und eine Stimme wie ein noch sehr junges Reibeisen: Jüri Pootsmann, Castingshow-Veteran trotz seiner erst 21 Jahre, soll für den Baltenstaat Estland den ESC gewinnen. Die Erfolgschancen sind aber schwer einzuschätzen.

14. Aserbaidschan, Samra – „Miracle“: Auch heuer kommt aus Aserbaidschan wieder eine gut produzierte Popnummer, investieren die Macher dort in jeder Hinsicht viel in den Wettbewerb. Angesichts
 der Erfahrungen in der Vergangenheit sind die Chancen für ein kleines „Miracle“, vulgo den Finaleinzug, recht hoch.

15. Montenegro, Highway – „The Real Thing“: Montenegro hebt sich heuer vom breiten Feld ab und liefert mit „The Real Thing“ der Band Highway härteren Tobak ohne Balkanfolklore. Ob es
 für die Gruppe für den Finaleinzug reicht, ist ungewiss.

16. Island, Greta Salome – „Hear Them Calling“: Island ist das neue Spanien. Nachdem die Südeuropäer offensichtlich derzeit nicht in Stimmung für Sommerpartyhymnen sind, besorgen das eben die Nordlichter. Vielleicht schafft die Violinistin Greta Salome es damit - wie schon bei ihrem Erstantreten für Island 2012 – ins Finale.

17. Bosnien-Herzegowina, Dalal & Deen - „Ljubav Je“: Wie Nachbar Kroatien ist heuer auch Bosnien-Herzegowina wieder in die europäische Musikfamilie zurückgekehrt. Als einer der wenigen Kandidaten setzt das Land mit „Ljubav Je“ dabei auf Lokalkolorit, nicht zuletzt bei der Sprache. Erfolgschancen: Schau'n ma mal.

Ira Losco hat für Malta bereits 2012 den ausgezeichneten 2. Rang erreicht. - Foto: afp

18. Malta, Ira Losco – „Walk On Water“: Wie ihre isländische Kollegin Greta Salome ist auch die Maltesin Ira Losco kein ESC-Neuling, sondern alterfahren, konnte sie doch 2002 immerhin Platz 2 für den Inselstaat erreichen. Auch wenn die Interpretin vermutlich nicht über Wasser gehen kann, hat „Walk On Water“ doch Chancen auf einen Finaleinzug.

apa

stol