Alexander Pereira ist einer der streitbarsten und ungewöhnlichsten Charaktere des Opernbetriebes – ein Wirbelwind, der zwar spät in den Klassikzirkus einstieg, sich aber alsbald zu einem seiner wesentlichen Dompteure aufschwang. Und mittlerweile scheint Pereira mit der Mailänder Scala seinen Olymp erklommen zu haben.Der Wiener, dessen Vorfahren aus Portugal eingewandert waren, ließ sich neben seinem Gesangsstudium auch in Marketing und Verkauf ausbilden – Rüstzeug, das dem bald 70-Jährigen wohl noch heute gute Dienste leistet. Auf sein Drängen hin wird die Mailänder Scala, deren Gesamtbudget bei 120 Mio. Euro liegt, künftig 15 statt zwölf Opern pro Saison inszenieren. Dabei kann der begnadete Geldauftreiber auch in Italien seine Qualitäten ausspielen. „Die Hälfte meiner Arbeitszeit nutze ich, um Geld zu sammeln“, beschied Pereira im RAI-Radio.Die Energie gibt dem bald 70-Jährigen wohl auch die Beziehung zur vier Jahrzehnte jüngeren brasilianischen Modedesignerin Daniela de Souza, mit der er bereits elf Jahre zusammen ist.apa