<b>Von Ferruccio Delle Cave<BR /></b><BR /> Einen Höhepunkt stellt dabei die Aufführung von Pergolesis „Stabat Mater“ heute Abend dar, mit herausragenden Solistinnen auf Originalinstrumenten. Es ist dabei in diesem Jahr bereits die 39. Saison der Konzerte der Evangelischen Gemeinde Meran, die Stephan Kofler 1986 gegründet hat. Gleichzeitig feiert die Reihe der Konzerte des internationalen Orgel- und Cembalofestivals heuer sein 40-jähriges Bestehen. <BR /><BR /><b>Das diesjährige Programm von Meranbaroque weist mehrere Schwerpunkte auf, darunter auch einen Abend mit Liedern von Bach und Busoni. Welche Höhepunkte würden Sie in den Mittelpunkt stellen?</b><BR /><BR />Stephan Kofler: Ja, der Bach-Busoni-Abend ist sicher einer der interessanteren Höhepunkte, vor allem aufgrund der Tatsache, dass hier Lieder von Busoni aufgeführt werden, die man sonst nie hört. Einer der ersten Höhepunkte ist indes sicher die Aufführung „Stabat mater“ von Pergolesi heute Abend, wo 2 hervorragende Sängerinnen, die Sopranistin Giulia Bolcato und der Mezzo Elisabetta Pallucchi auftreten werden. Interessant ist auch das Ensemble „Il Furibondo“, das Schuberts Quartett „Der Tod und das Mädchen“ aufführen wird. <BR /><BR /><b> Es gibt über die schon seit Jahren in Meran auftretenden Musikerinnen, Musiker und Instrumentalisten des Ensembles, auch ein Abend mit Schülern und Schülerinnen Ihrer Musikklasse...</b><BR />Kofler: Ja, es war ein Abend in der Karwoche mit Liedern und Songs aus verschiedenen Epochen und Orgelwerken der Barockzeit und der Romantik. <BR /><BR /><b> Die Programme spiegeln ein Repertoire mit Alter Musik, aber auch mit klassischen und romantischen wie auch modernen Werken wider. Ein Repertoire, das ja Manches abverlangt. Wie schaffen Sie es, jedes Jahr bei einem ernüchternd kleinen Budget so herausragende Solistinnen und Solisten nach Meran zu bringen?</b><BR /><BR />Kofler: Das ist eigentlich ein Prozess, den ich schon seit Jahren verfolge. Ich habe das Glück, viele Musiker zu kennen, das Glück, viele Musiker live zu erleben. So kann ich Sie kontaktieren und nach Meran einladen oder zumindest für ein Vorspiel anhören.<BR /><BR /><b>Es ist ja auch so, dass dies eine einzigartige Tradition für Meran darstellt. So wird denn auch die Passerstadt zu einem Zentrum für Alte Musik und deren Pflege. Ich erinnere aber auch an Max Reger und an die Pflege der Orgelmusik speziell. Das sind Dinge die nicht nur seit Jahren funktionieren, sondern auch die Qualität des Angebots immer wieder neu unter Beweis stellen, auch viele Werke anbieten, die das Publikum jetzt nicht so kennt. Ich erinnere auch an das große Kandidatenwerk von Bach, das Jahr für Jahr kommt, eine Tradition, die wir in unserem Lande nicht kennen. Gibt es über die Bachkantaten hinaus Überlegungen, wieder ein größeres geistliches Werk aus der Feder Bachs anzubieten?</b><BR /><BR />Kofler: Die Bachkantaten sind mein wichtigstes Anliegen. Wenn es klappt und die Finanzierung stimmt, können wir im Spätherbst wieder an einen großen Kantatenabend denken. Vielleicht im nächsten Jahr auch ein Oratorium, aber da möchte ich nicht vorgreifen, das muss erst überlegt werden!<BR /><BR /><b>Sie sind auch Organist und Cembalist, treten als solcher auch mit Ihrem Ensemble Meranbaroque auf. Welche Solokonzerte werden Sie in diesem Jahr auf der Orgel bestreiten?</b><BR /><BR />Kofler: Ich werde einzelne Konzerte in Deutschland bestreiten, dann im Friaul und dem Veneto und der Toskana. In Venedig werde ich an Weihnachten 2024 auf der historischen Orgel der Kirche dell„Ospedaletto spielen.<BR /><BR /><b>Termine:</b><BR />Am heutigen Freitag, 20.30 Uhr, Evangelische Christuskirche, Carduccistraße 31 Meran. STABAT MATER von G.B. Pergolesi mit dem Ensemble Meranbaroque: Giulia Bolcato, Sopran – Elisabetta Pallucchi, Mezzosopran – Rossella Croce, Konzertmeister – Leitung, Stephan Kofler <h3> Zur Person</h3>Er studiert am Konservatorium von Innsbruck und an der Universität „Cá Foscari“ in Venedig. Danach verfeinert er seine Studien unter anderem bei Ton Koopman (Barockmusik), Xavier Darasse, Michel Chapuis, Harald Vogel, Luigi Ferdinando Tagliavini, Alfred Mitterhofer, Christopher Stembridge, Bert Matter und Sergio Vartolo. Der Musiker tritt in Italien und in verschiedenen europäischen Ländern (Österreich, Deutschland, Schweiz, Holland und England) sowie in Mexiko, den USA und Argentinien auf. Außerdem hält er Seminare über das Orgelwerk von Reger, Buxtehude, Pachelbel und Muffat ab.<BR /><BR />Mit der Musik dieser Komponisten spielt er eine CD für das Label „perpetuum mobile“ ein und führt Rundfunk- und Fernsehaufnahmen für Radiotre, Rai, den ORF, SRG, TV Azteca und Radio Nacional de Mexico durch. Kofler ist künstlerischer Leiter des Max-Reger-Festivals Meran und unterrichtet Musikgeschichte, Harmonielehre und Orgel am Gymme – Gymnasien Meran.<BR />